Die älteste Tochter, 20, erstellt ein Konzept für einen Termin bei der Beratungsstelle, wo sie mit ihrer Mutter besprechen möchte, wie der Geschwisterkontakt zu ihrem Bruder wieder normalisiert werden könne.
Personen:
Lena 20 Jahre, lebt beim Vater
Mona 19 Jahre, lebt beim Vater
Mike 14 Jahre, lebt bei der Mutter
Situation:
Die älteren Mädchen haben sich für ein Leben beim Vater ausgesprochen, der kleine Sohn wollte bei beiden Eltern sein. Diese Konstellation führte zur Geschwistertrennung. Da die Mutter die Zuschreibung der beiden Töchter zum Vater als traumatischen Verlust ihrer mütterlichen Allmacht empfunden hat, sorgte sie dafür, dass ihr dasselbe mit dem Sohn nicht geschehen wird. Sie hat sich dieses Kind wieder „einverleibt“ und übt fortgesetzt psychische Gewalt gegen das Kind aus., indem sie dieses Kind dazu anhält, ihr Wohlergehen dadurch zu bedienen, dass es den Kontakt zum Vater und zu seinen Schwestern konsequent ablehnt.
So entstehen irre Situationen:
Bei Begegnungen von Vater und Sohn oder Schwestern und Sohn finden diese sehr herzlich statt. Es gibt auch Wünsche des Jungen nach Wiederholung oder Intensivierung. Sobald der Junge aber wieder bei der Mutter war, kommen von ihm nur noch Ablehnung und Abweisung.
Das folgende Schriftstück ist Dokument der Vorbereitungen für das Gespräch mit der Beratungsstelle.
Bei meinem ersten Gespräch hier gemeinsam mit Mama sagte sie, Mike möchte uns nicht sehen, er habe auch ein bisschen Angst und wenn wir kommen würden, dann würde er das Haus verlassen.
Wir konnten dann einmal zu Mama gehen und gemeinsam Plätzchen backen, aber Mike war nicht da, er war bei seiner Cousine. Dies war vorher so ausgemacht und Mike wurde von seiner Mama zur Cousine gebracht.
Nach dem Backen und vor den Weihnachtsferien war ich nochmals mit Mama in der Beratung. Da hat Mama immer ausweichend auf die Frage geantwortet, ob wir in den Weihnachtsferien kommen könnten. Nach der Beratung hatte ich Mama gesagt, dass es sehr schlimm sei, dass ich meinen Bruder nicht sehen kann und ich ihn öfters sehen möchte. Dann hat Mama gesagt: „Ja, dann schauen wir mal, das könnte gehen.“
In den letzten Weihnachtsferien konnten wir dann tatsächlich die Mama oft besuchen und natürlich auch unsern Bruder sehen. Mike hatte sich sehr gefreut, als wir kamen. Er hatte uns immer schon erwartet und mit seinem Bastelkasten schon alles vorbereitet.
Ich erzählte Mike, dass ich mit meinem Teleskop den Saturn und den Mond angeschaut hatte, das wollte er auch mal.
Kurz nach den Ferien wurden wir von Mama sogar immer wieder mal gefragt, ob wir kommen möchten, da konnten wir manchmal montags nach dem Schwimmtraining um 20:00 Uhr noch kommen.
Nach den Weihnachtsferien hatten ich und Mama nochmals ein gemeinsames Gespräch in der Beratungsstelle und Mama wurde gefragt, wie es dazu kam, dass die Schwestern ohne Probleme einfach so zu Mike kommen konnten. Dann hat Mama geantwortet, sie habe Mike gesagt, dass die Schwestern kommen und dann ging es. [Von daher könnte die Mama auch sagen, Mike soll einfach wieder uns kommen und Papa besuchen, dann würde das sicher auch gehen.]
In letzter Zeit funktioniert es kaum mit den Besuchen, deshalb möchte ich wieder die Beratungsstelle nutzen.
Wir können meistens nur sonntags zwischen 16 und 17:00 Uhr kommen und dann bis abends bleiben.
Wenn wir dort sind, sitzt Mama fast die ganze Zeit bei uns, sogar, wenn wir mit Mike zusammen auf dem Boden spielen, setzt sie sich dazu. Er hat auch gar keine Privatsphäre: Ich hatte die Geburtstagskarte von Papa gebracht und Mama ist immer hinter Mike gestanden, sein Telefon ist immer im Wohnzimmer, in Greifnähe für die Mutter.
Wenn Mama dabei ist, dann ist Mike ganz anders. Schon bei der Begrüßung lässt er sich nur passiv in den Arm nehmen. Einmal ist die Mama kurz auf den Balkon gegangen, dann hatte Mike uns ganz stark gedrückt und in den Arm genommen. Danach hatte er uns an den Händen genommen und wollte vor lauter Freude mit uns hüpfen.
Wenn ich von meinen Sportwettkämpfen erzähle, will Mike immer alles ganz genau wissen, und er erzählt dann von seinen (fiktiven) Wettkämpfen im Präsens, wie wenn er sie gerade bestreiten würde. Ich habe den Eindruck, Mike lebt in einer Traumwelt, in der er Wettkämpfe macht und alles, was er sonst gerne machen würde.
Er zeigt immer, dass er uns liebhat. Wenn Mama dabei ist, sieht man es nicht. Einmal ließ er mich Grüße an den Papa ausrichten, dass er ihn liebhabe.
Wenn ich Grüße von Papa überbringe und sage, dass Papa ihn liebhat, dann freut er sich immer.
Mike hat schon eine Weile ein Telefon und wir schreiben manchmal Nachrichten oder schicken ihm Bilder. Aus unerklärlichen Gründen hat er aber ausgeschaltet, dass man eine Lesebestätigung bekommt. Ich habe ihn gefragt, ob er die Nachrichten gesehen habe, das hatte er bestätigt. Ich sagte ihm, dann könne er auch eine Reaktion darauf schicken oder mal irgendwas dazu schreiben. Als ich dann dabei war, schickte er mir einen Daumen hoch und freute sich. Wenn er alleine ist, macht er dies nicht. Das Telefon liegt aber auch im Wohnzimmer neben dem Sofa und im direkten Zugriff von Mama. Ich denke, er traut sich einfach nicht, überhaupt das Telefon zu benutzen und was zu lesen.
Und wir sehen, dass Mike uns braucht und gerne mit uns zusammen ist. Neulich hat er ein Spiel, das man eigentlich alleine spielt, als wir da waren, nur gespielt, weil er wollte, dass wir dabei sind. Er meinte, mit uns zusammen sei es besser und wir haben dann ein bisschen mitgespielt.
Ich finde, Mike hat überhaupt keine Freiheit und traut sich überhaupt nichts. Das wundert mich aber auch nicht:
- In der Zeit, als der Gutachter kam, konnten wir unseren Bruder regelmäßig besuchen, aber wir konnten kaum eine Minute mit ihm alleine sein. Einmal wollten wir zusammen auf den Spielplatz gehen, Mike wollte auch mit. Wir waren schon draußen, um unsere Schuhe anzuziehen, da hören wir durch die Tür, wie Mama zu Mike sagte: „Sag, du willst da nicht hingehen. Du gehst da nicht hin, deine Schuhe sind nicht sauber, du kannst da nicht hingehen.“
- Zu der Zeit gingen wir auch mal mit Mike in den Garten und zu seinen Hasen. Da ging die Mama auf den Balkon, um uns beobachten zu können.
- Einmal hat die Oma (mütterlicherseits) gesagt, dass Kinder machen müssen, was die Mama sagt.
- Ich habe den Eindruck, mein Bruder wird wie ein vierjähriges Kind behandelt und er verhält sich dann auch so.
- Ich habe auch den Eindruck, Mike hat überhaupt keine eigene Meinung und bedient nur die Befindlichkeiten der Mama. Er hat Angst, seinen eigenen Willen zu zeigen.
- Einmal hatte ich Mike gefragt, ob ich bald wiederkommen könne, da hat er schon zu strahlen angefangen, aber Mama hat dann gesagt, dass Mike keine Zeit habe und lernen müsse. Mike hat gar nichts dazu gesagt, nur sein Lächeln ist aus dem Gesicht verschwunden.
- Ein anderes Mal hatte ich wieder gefragt, wann ich das nächste Mal kommen könne und Mama hat wieder gesagt, dass sie keine Zeit hätten, weil Mike lernen müsse. Dann hat Mike aber gesagt, dass er gar nichts lernen müsse, weil er keine Arbeiten habe. Dann konnte ich doch kommen.
- Mike traut sich überhaupt nichts zu, bei allem sagte er, er schaffe das nicht, er könne das nicht.
- Gymnasium nach der Realschule: Das traut er sich nicht zu und es ist eh umsonst, da er kein Geld hat, um zu studieren.
Meine und unsere Wünsche als Geschwister:
- Wir möchten auch mal mit Mike zusammen als Geschwister alleine sein und ich denke, Mike möchte das auch. Was können wir machen, damit wir wieder als Geschwister richtig zusammen sein können?
- Er hat uns auch gesagt, dass er mit uns mal zusammen mit dem Auto einen Ausflug machen will. Wie schaffen wir das?
Wie lange soll Mike noch warten, bis sein eigenes Leben wieder startet? Die Zeit geht vorüber und man kann die verlorene Zeit mit den Geschwistern nie wieder zurückholen. Auch für uns Geschwister geht die Zeit verloren. Was können wir tun?
Ich denke, wir drei Geschwister sollten unbedingt einmal zusammen einen Termin bei der Beratungsstelle machen, damit wir sagen können, was wir zusammen machen möchten. Das kann man dann in einem Folgetermin zusammen mit Mama besprechen.
Kommentar
Es wird deutlich, welche umfassende Gewalt diese Mutter über dieses Kind ausübt.
In der Umsetzung der Forderungen der Frauen- und Mütterlobby zur Einführung der Instanbul Konvention im Familienrecht müsste dieses Kind sofort von der Mutter getrennt werden, zum Vater und seinen Geschwistern kommen und diese Mutter müsste das Sorgerecht verlieren und vom Kontakt zum Kind ausgeschlossen werden.
Jede Person, die Kenntnis von dieser Geschichte erhält, müsste diese Mutter anzeigen, weil ansonsten eine Mittäterschaft beim Kindesmissbrauch gegeben wäre.
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Mütterlicher Territorialanspruch auf emotional besetzte Beziehungsräume
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