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Jugendamt

Jugendamt: Diskrepanz zwischen Intervention und Bedarf

by Franzjoerg Krieg / 7. November 2026

85% Frauenquote im Jugendamt hat Konsequenzen: 85% aller Alleinerziehendenhaushalte sind müttergeführt und nur 15% sind vätergeführt.

Nach einer Trennung wird eine Familie, die sich zunächst selbst zerstört, von außen so konsequent fehltherapiert, dass jede Chance auf Gesundung radikal ausgemerzt wird.

Wenn das Jugendamt auftritt, endet jede vernünftige erzieherische Handlung.

Ein Vater hat versucht, die ersten Jahre nach der Trennung von seinen beiden Töchtern vorsichtig mit Postkarten zu überbrücken, weil alles andere von Mutter und Töchtern abgeblockt wurde. Dabei wurden sie vom Jugendamt unterstützt, obwohl es keinen objektiven Grund gab, den sehr fürsorglichen Vater abzulehnen – außer dem Bestreben der Mutter, die absolute Verfügungsgewalt über „ihre“ Töchter zu bewahren.

Als der Vater vorsichtig versuchte, mit einer Tochter im öffentlichen Raum Kontakt aufzunehmen, wandten sich Mutter und Töchter an das Jugendamt. In der Folge erhielt der Vater vom Jugendamt folgende Mail:

„Sehr geehrter Herr Vater,

inzwischen hat ein Gespräch mit Ihren Töchtern stattgefunden. Diese traten dem ASD offen und transparent gegenüber.
Vor dem Hintergrund der Gespräche hat sich für den ASD kein weiterer Auftrag in Hinblick auf das von Ihnen herangetragene Anliegen ergeben.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass es aus Sicht des ASD notwendig ist, dass Sie die Grenzen Ihrer Töchter wahren und akzeptieren.
Es sollte künftig nicht mehr vorkommen, dass sich Ihre Töchter verfolgt fühlen und sich Hilfe im Außen suchen müssen. In Hinblick auf das Wohl Ihrer Kinder erscheint dieses Verhalten nicht dienlich.“

Der Vater wusste, dass es nichts bringen wird, mit dem Jugendamt darüber zu streiten, ob dessen Haltung konstruktiv oder destruktiv sein könnte.

Er schrieb deshalb wie folgt zurück:

„Sehr geehrte Frau Jugendamt, 

ich habe Ihre Mail zur Kenntnis genommen und werde nur kurz, aber klar, darauf reagieren:
Es liegt mir nichts ferner, als für meine Kinder einen Gefährder darzustellen.

Alles Weitere liegt in der Diskrepanz zwischen dem Verständnis dessen, was ich – wissenschaftlich gestützt – unter einer Familie verstehe und was Sie unter gelungener Intervention verstehen.

Ich bin durchaus informiert und weiß, was sich zur Zeit zwischen dem, was Jugendämter in Deutschland als ihr Selbstverständnis leben und dem, was Betroffene inzwischen dagegen unternehmen, ein Pulverfass aufbaut, mit dem derzeit viele Verwaltungsgerichte beschäftigt sind. Neue Vorschriften zur Archivierungsdauer von Belegen jugendamtlichen Amtshandelns unterstützen diese Entwicklung.

Wenn Sie sich informieren wollen:
https://vater.franzjoerg.de/plaedoyer-fuer-eine-neustrukturierung-der-jugendaemter/
https://vater.franzjoerg.de/pressekonferenz-berlin-28-08-2026/#E
https://vater.franzjoerg.de/category/jugendamt/

Viele der portraitierten Fälle spielen in Jugendämtern in Karlsruhe.
Die Jugendämter sollten diese Bemühungen ernsthaft verfolgen, um davon nicht eines Tages „kalt“ erwischt zu werden. Frühzeitige Flexibilität wäre angemessen.
Sich mit den wichtigen Kommentatoren an einen Tisch zu setzen, wäre z.B. angemessen.
Ich verzichte also auf eine weitergehende Diskussion, weil ich diese für fruchtlos halte.

Mit freundlichem Gruß“

 

Er hätte aber auch wie folgt schreiben können:

„Sehr geehrte Frau Jugendamt,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die ich zur Kenntnis genommen habe!

 Für den folgenden Text bitte ich um Verständnis, dass ich ausnahmsweise bewusst kein Blatt vor den Mund nehme und zum Nachdenken anrege – und dabei das Risiko eingehe, unverständlich, überschwänglich und übergriffig wahrgenommen zu werden. 

Während ich bei der Ansprache „Sie“ und „Ihre“ verallgemeinernd Ihre Dienststelle oder die Vorgehensweise des Jugendamts meine, bin ich formell und ohne Einladung natürlich nicht in der Position, Ihre Kommentare aufzugreifen, über unsere Zusammenarbeit zu sprechen, geschweige denn Ihre Arbeit zu bewerten. 

Als Privatperson mit relevanter Vorgeschichte biete ich Ihnen jedoch die Möglichkeit, Ihre Arbeit zu reflektieren, damit Sie selbst kein Unheil anrichten, indem Sie sich in relevanten Bereichen genügend bilden und damit erfolgreiche inklusive Beratung für Familien ernsthaft vertreten können – wie dies bei einigen europäischen Nachbarn besser klappt als in Deutschland. 

Die letzte formelle spärliche Kommunikation hört sich für mich so an, als konnte kein ernsthaftes oder erfolgversprechendes Gespräch mit meinen Kindern (und uns, den Eltern) geführt werden. Ich kann in der kurzen distanzierten Information nicht erkennen, dass die Botschaften in meinen E-Mails ankamen. 

Ihre betont förmliche Kommunikation, Ihre Art selbstgefälliger Zurückweisung eines inklusiven Dialogs, Ihre Art der Vorenthaltung von Informationen und Geheimtuerei anstelle offener Kommunikation, vertrauensbildenden Maßnahmen und Unterstützung der elterlichen Verantwortung in den intimen Familienangelegenheiten; anscheinend fehlende Kenntnis von und fehlendes Verständnis für wissenschaftlich etablierte Erkenntnisse im Bereich der wirklichen Bedürfnisse und Interessen der Kinder im Bereich der folgenschweren destruktiven Verhaltensweisen im familiären und sozialen Umfeld (neben einfach beim Hinschauen auffallenden Logik-Brüchen, bspw., Durchschauen von psychischen Schutzmechanismen, Suggestionen, Selbstleugnen, Manipulationen); fehlende Anwendung der bewährten (Freude bringenden und erfolgreichen) Lösungsansätze, im Kontext der nicht selten kurzsichtigen und (salopp) faktisch komplizenhaften Vorgehensweise der öffentlichen Institutionen beim Verschärfen anstatt Entschärfen der Konflikte – das alles sind keine guten Voraussetzungen dafür, Kinder glücklicher und Familien stärker zu machen – und sie belegen, dass unsere Zielsetzungen weit voneinander entfernt liegen.

 Wenn bei mir als Vater etwas ausnahmsweise nicht nach Plan läuft und die verbesserungswürdige familiäre Situation – beim objektiv integren und im Ansatz vorsichtigen Versuch, sie zu verbessern – negativ auffällt, dann hätten andere in meiner Situation vermutlich schon Jahre zuvor die Kinder oder sich selbst aufgegeben.

Ich muss davon ausgehen, dass Sie dies bewusst planen und als Ihr Ziel definieren. 

Ihre Antwort verfehlt die eigentliche Problematik weitgehend, vermeidet ein tieferes Verständnis der Situation, und reiht sich ein in die Liste der gut gemeinten falschen Ratschläge oder rückversichernden Klischees.

Mir ist wichtig, zu erwähnen, dass ich ansonsten als überdurchschnittlich selbstkritisch wahrgenommen werde. 

Ich würde mir wünschen, dass Sie nicht mit erhobenem Finger einem (schlichtenden) Vater „Verfolgen seiner Kinder“ gedankenlos zuschreiben. Diese Worte aus dem Mund meiner Kinder zu nehmen oder ihnen in den Mund zu legen, wäre falsch, denn sie sind wirklich unschuldig an der aktuellen (unnatürlichen) Verschlossenheit. Was realisieren sie von dem, was sie aussprechen? Was haben Sie mit ihnen besprochen? Ich weiß es nicht.

Braucht man „heldenhafte Verteidigung“, wo meilenweit keine Gefahr weilt?

Wer ist eine Gefahr? Für wen? Für was?

Wer befürchtet was? Was steht als gesetzt im Hintergrund und muss gegen jede Irritierung verteidigt werden, wenn „Gefahr“ assoziiert wird, wo es objektiv keine gibt?

Wodurch wird das Gespenst von Gefahr erzeugt?

Es wäre Ihre Aufgabe, dies zu ergründen und zu prüfen, was Familien brauchen, um zu gesunden –  nicht, wie man Zerstörung von Familien und Zerstörung von Sozialisation von Kindern weiter verschärft.

Unsere Familien-Situation wendet sich übrigens in Abwesenheit von mir als Vater und teils trotz der externen Hilfe und nicht von allein zum Besseren. Bei manchen „Grenzen“, die angeblich sehr wichtig sind, ist deren Definition und Einordnung überfällig, zu hinterfragen, wenn man einen Tunnelblick vermeiden möchte. 

In aller Bescheidenheit habe ich mir eine gewisse Erfahrung und Wissen in Sachen „Kindeswohl“ und Umgang damit über Jahre ungeplant angeeignet. Ich muss inzwischen davon ausgehen, dass die Fachstellen, die Familien unterstützten müssten, einen wesentlichen Teil des Übels darstellen, denn zum großen Teil hatten gerade deren Aktionen die jetzige Situation in meiner Familie zur Folge 

Die Art und Weise der bisherigen Kommunikation bringt mich unwillkürlich dazu, Kurzsichtigkeit oder Unvermögen bei der umfassenden Betrachtung der Situation zu erkennen. Es ist zugegeben schwer, die Komfort-Zone zu verlassen, Zeit zu finden, sich für ggf. gesündere Sichtweisen zu öffnen. Ich habe dabei das moralische Recht und mehr, vom Wohl meiner Kinder zu sprechen und weiß, wovon ich spreche.

Wenn Institutionen sich daran messen, wie viele Familien sie stärker und glücklicher gemacht haben und wie viele einvernehmliche Lösungen erreicht wurden, wie viele Familien keine Hilfe mehr brauchten – dann wird es eine neue, bessere Welt geben.

Für mich, solange ich meine Kinder trotz sehr wenig Kontakt wie kein anderer spüre, handle ich vorbildlich, wenn ich ihnen, zu ihrem Besten*, ihren Vater nicht nehmen lassen möchte (von einem unfreien System der Teile-und-herrsche-Mentalität). Mit oder ohne Hilfe.

 *) Gemeint ist kein „Kindeswohl“ (inzwischen Fachschimpfwort), sondern mein akzeptierender, geduldiger, fürsorglicher Blick auf unzählige für meine Kinder und unsere Familie förderliche und wichtige Sachen, die ich zu ihrem Besten im Herzen und im Gedächtnis aufbewahre und hoffentlich häufiger teilen darf.

 Ein besorgter Vater“

Was inzwischen Hunderttausende (Millionen?) von Eltern und Großeltern in Deutschland vom Jugendamt erfahren, liegt eben in dieser geschilderten Diskrepanz von Anspruch an das Jugendamt und dessen tatsächlicher Leistung.
Was von den Jugendämtern an absolut unzureichend vorgebildeten, defizitären und fachlich inkompetenten Personen auf Trennungseltern losgelassen wird, ist ein Desaster. Die meisten sind völlig ungeeignet – sind aber völlig von sich selbst überzeugt.

Das Pulverfass lädt sich immer mehr auf und die Lunte wird immer kürzer…

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