Entsorgte Mütter sind ein wachsender Anteil von Opfern des deutschen Residenzmodells, in dem ein Sieger und ein Verlierer gekürt wird. Wer Jahrzehnte lang darauf bestand, dass dies richtig sei, muss auch aushalten können, wenn diese Kürung einen selbst negativ betrifft.
Dies bedeutet, dass erkannt werden muss, dass es nicht darum geht, WEN die Rolle des Verlierers trifft, sondern darum, keinen Verlierer zu erzeugen.
Derzeit wird der Anteil der „vätergeführten Alleinerziehenden-Haushalte“ mit 12 bis 15% angegeben – je nach Berechnungsgrundlage.
Dies wiederum bedeutet, dass immer noch 85 bis 88% Alleinerziehenden-Haushalte müttergeführt sind.
Ich beschäftige mich schon seit 25 Jahren mit diesem Phänomen und beobachte alle Abläufe sehr aufmerksam.
In folgenden Artikeln habe ich mich damit beschäftigt:
https://vater.franzjoerg.de/beratung-von-muettern/
https://vater.franzjoerg.de/entsorgte-muetter/
https://vater.franzjoerg.de/frauenanteil-in-meiner-beratung-2020-2022/
https://vater.franzjoerg.de/frauenanteil-in-meiner-beratung-2023-2024/
Ich empfehle allen betroffenen Frauen die Lektüre.
Warum schreibe ich „Frauen“ und nicht „Mütter“?
JEDER Mann, der zu mir kommt, ist Vater.
Die Frauen, die in meine Beratung Eingang finden, bestehen aus vielen Gruppen. Nur ein Teil sind Mütter. Und von denen ist wieder nur ein Teil entsorgt.
Es finden zu mir:
* Mütter, alleinerziehend oder entsorgt
* Omas, die ihr Enkelkind nicht mehr sehen
* Folgepartnerinnen, die miterleben, was die getrennt lebende Mutter des Kindes mit dem Vater so alles treibt
* Stellvertreterinnen, so nenne ich Verwandte oder Arbeitskolleginnen von betroffenen Vätern, die sich bei mir erkundigen, wie dem in seinem Schmerz verbarrikadierten Vater zu helfen sein könnte.
* Entsorgte „Mit-Mütter“ aus lesbischen Beziehungen
* und einige andere Sondergruppen mehr
Es sind also VÄTER und FRAUEN, die sich bei mir melden.
Das allein sagt schon eine Menge aus.
Die entsorgten Mütter sind nur eine Teilmenge aus der Gruppe der Frauen, die in meiner Beratung derzeit einen Anteil von 20% ausmachen.
Für eine Mutter ist es besonders unvorstellbar, von ihrem Kind abgegrenzt zu werden.
Dabei ist sie nur in dieselben Fallen geraten, die Jahrzehnte lang allein für Väter aufgebaut wurden.
Um eine Mutter als Siegerin, d.h. als Besitzerin des Kindes, installieren zu können, mussten Mittel gefunden werden, wie der Vater ausgegrenzt werden kann.
Wenn die Mutter zu viele Fehler macht – oder evtl. nur den einen wichtigen – und der Vater handelt so, wie sonst nur Mütter, dann kann es eben auch sie treffen.
Solange das RESIDENZMODELL in Deutschland Methode ist, wird es Verlierer geben.
Entsorgte Mütter in der Beratung haben völlig andere Verhaltensweisen als entsorgte Väter.
Vorherrschend ist Vorsicht und Skepsis, was allein schon dadurch erklärt werden kann, dass sie sich an jemand wenden, der auch „Väteraufbruch“ auf seiner Fahne stehen hat.
Darüber hinaus gibt es aber viele weitere Vorbehalte, die weit über diese Vorsicht hinausgehen.
Sie zeigen sich z.B. darin, dass Mailadressen kryptisch sind und nicht auf den Namen schließen lassen oder dass ich nur einen Vornamen bekomme und keinen Nachnamen und schon gar keinen Wohnort.
D.h., spätestens dann, wenn ich das Datenblatt zum Ausfüllen sende, ist oft Funkstille.
Es besteht die Illusion, dass eine anonyme Beratung funktionieren könnte.
Dies wäre vielleicht möglich, wenn ein Angestellter mit Stundenlohn in einem Beratungszentrum sein Geld mit Beratung verdient. Es ist aber nicht möglich, wenn jemand sich privat und ohne Bezahlung in seiner Freizeit mit einer Beratung intensiv beschäftigen soll, die verdammt viel Detailwissen zur jeweiligen Partnerbeziehung erfordert, um auch effektiv sein zu können.
Der Knackpunkt ist der Vertrauensaufbau. Dieser funktioniert unter Männern über ein gemeinsam erkanntes Problem unmittelbar. Zwischen mir als männlichem Berater und einer betroffenen Mutter muss entweder schon Wissen über meine Arbeit und über meine bisherige Leistung über eine Vertraute der Mutter vorhanden sein oder es muss erst Vertrauen aufgebaut werden, was oft nicht funktioniert, weil sich Frauen im Beratungsprozess nur schwer öffnen wollen und können.
Ich erlebe deshalb stundenlange Telefonate mit unterdrückter Nummer – und wenn ich auf den Weg über Mail verweise, ist Schluss mit dem Austausch.
Trotzdem habe ich in meinem Leistungsnachweis immer wieder Mütter, mit denen ich auch vor Gericht bin und denen ich vermitteln kann, wie sie ihren Part als entsorgte Mutter so positiv leben können, dass auch konstruktive Entwicklungen möglich sein können.