Fast alle Väter, die zu mir in die Beratung kommen, sind konstruktiv und aufgeschlossen. Gut, manche sind immer noch blauäugig – aber bemüht, ihre Situation positiv weiter gestalten zu wollen.
Trotz aller Perversionen im System.
Das hat natürlich Konsequenzen bezüglich ihrer politischen Aufstellung.
Man kann ja nicht erwarten, dass Wähler ein System stützen, das sie als destruktiv erkannt haben.
Es gibt aber auch hin und wieder einen Vater, der stur in eine Richtung rennt, die objektiv selbstzerstörerisch und unangebracht ist. Meist steht dahinter eine Weltsicht, die davon geprägt ist, dass ein halbwegs funktionierendes System in einem angeblichen Rechtsstaat nach Prinzipien funktionieren müsste, die allgemein als positiv anerkannte Wertmaßstäbe umsetzt:
Wahrheit, Gerechtigkeit, Logik, gesundes Rechtsempfinden, Fairness, Allparteilichkeit, konstruktive Orientierung, etc.
Solche Menschen haben ein großes Problem damit, wenn sie plötzlich feststellen müssen, dass dies alles nicht funktioniert, wenn sie als Vater in den Fängen der familialen Intervention landen.
Die meisten, die nach der Überwindung des ersten Schocks in meiner Beratung landen, handeln dann auch typisch männlich und konstruktiv:
Wie bewältige ich diese Situation?
Welches Wissen und welche Arbeitsmethoden muss ich erlernen, um damit umgehen zu können?
Einige wenige bleiben stur („sich selbst treu…“) und sind nur noch am Schimpfen über das Unrecht, das über sie hereingebrochen ist.
Solche Väter müssen sich dann an anderer Stelle Hilfe suchen oder sie müssen „eingenordet“ werden.
Ich zitiere aus aktuellen Mails von mir:
Hallo Eugen,
das ist mein Problem:
Ich schreibe Texte, in denen ALLES WICHITGE steht.
Weil manche diese Texte nicht lesen, muss ich diesen alles nochmals einzeln erklären.
Das raubt mir Lebenszeit.
Ich bin kein Dienstleistungsunternehmen, das Rechnungen stellt.
Du hast keinen Anspruch auf das, was ich „Sekundärleistungen“ nenne. Das sind Beratungen., Coaching, etc., was über Gruppenleistungen oder Erstberatungen hinausgeht.
Das sind besondere Leistungen von privat an privat.
Ich erkläre Dir, wie das System funktioniert und was ich Dir empfehle.
Wenn Du dann mit einer Entgegnung kommst, die mit „aber…“ beginnt, setzt Du Deine subjektive Befindlichkeit durch, was Dein Recht ist.
Nur darfst Du nicht enttäuscht sein, wenn Du feststellen musst, dass Du damit an die Wand fährst.
Ich erkläre Dir, wie dieses groteske System funktioniert, das mit Deinem Rechtsempfinden kollidieren muss. Dann machst Du das, was ich empfehle oder Du handelst nach Deinem subjektiv richtigen Empfinden.
Wenn ich aber merke, dass ich meine kostbare Lebenszeit nicht nur ohne eine Gegenleistung verbrate, sondern dass trotzdem alles „für die Katz“ war, dann muss ich aussteigen.
Mit herzlichem Gruß
Franzjörg
Hallo Franzjörg!
Ihr hattet hoffentlich einen angenehmen „Stammtisch“ in KA gestern. 🙂
Hallo Eugen,
ja, gestern Abend war Beratungsabend in Karlsruhe.
Und ja, ein Vater war zum ersten Mal dabei, der das mit einem „Stammtisch“ verwechselte.
Er meinte, wenn er uns als Mülleimer für seine Psychohygiene missbraucht und uns seine Befindlichkeit auf den Tisch kotzt, dann wäre er bei uns richtig.
Es wurde dann zwischendurch auch einmal ziemlich laut und er wurde gehörig „eingenordet“.
Aber ich denke, er hat inzwischen verstanden, wie dünn das Eis unter ihm ist und dass er wohl seine Kinder schon verloren haben könnte, weil er einfach viel zu spät kam.
Das Gutachten liegt auf dem Tisch und er soll seine Kinder nur noch ein Mal im Monat für 1,5 Stunden begleitet sehen.
Er muss jetzt sehr tief fallen, weil er immer noch meint: „Es kann doch nicht sein, dass…“
Doch, es kann sein!
Mit herzlichem Gruß
Franzjörg