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An die Väter dieser Erde
Vater zu werden, bedeutet nicht nur, Leben zu geben. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass ein anderes Wesen die Achse der inneren Welt verlagert, Prioritäten neu setzt und Gebiete der Verletzlichkeit öffnet, von denen man bisher nichts ahnte.
Von diesem Augenblick an vergeht die Zeit nicht mehr auf dieselbe Weise: Sie wird in ersten Schritten gemessen, im nächtlichen Fieber, stillen Sorgen, Geburtstagen, notwendigen Trennungen und diesem langsamen Lernen, das darin besteht, genug zu lieben, ohne zu besitzen.
Es gibt Väter, die ihre Kinder auf ihren Schultern tragen und andere, die sie im Geheimnis ihres Herzens bewahren, wenn das Leben, die Entfernung, die Umstände oder Familienbrüche sie von ihrem Nachwuchs fernhalten.
Es gibt Väter, deren Kinder unter ihrem Dach leben, und andere die nur nach Kilometern, Kalendern, zu kurzen Anrufen und auferlegten Abwesenheiten lieben dürfen.
Es gibt Väter, deren Liebe sichtbar und demonstrativ ist, und andere, bei denen sie sich in einer diskreteren Sprache ausdrücken muss.
An die jungen Väter, die mit Staunen und Höhenangst feststellen, dass kein Buch wirklich auf die Geburt eines Kindes vorbereitet.
An die erfahrenen Väter, die immer wieder zweifeln, weil Elternliebe die geheime Frage niemals völlig abschafft: War ich präsent genug, fair genug, liebevoll genug?
An Pflegeväter, Herzväter, Großväter, die zu einem Zuhause geworden sind, an Männer, die sich entschieden haben, Kinder zu lieben, die sie nicht gezeugt haben, aber zu denen sie treu standen.
Auch den Stiefvätern. Jene Männer, die eine bereits begonnene Geschichte weiterschreiben, sich auf manchmal fragilem Land bewegen, heikle Gleichgewichte kennenlernen und ihre Präsenz anbieten, ohne immer die Legitimität, Anerkennung oder Liebe zu erhalten, die sie sich erhofft haben.
Ein besonderer Gedanke geht auch an die abgelehnten Väter, denen jede Bindungen entzogen wurden, die sie bewahren wollten, an diejenigen, die ein Kind aus der Ferne aufwachsen sehen und Familienfeiern mit leerem Herzen durchleben müssen. Mögen Eure Kinder sich auf die Suche nach Euch machen!
Hinter manchen Trennungen verbergen sich komplexe Geschichten, in denen kein Blick von außen das, was erlebt, verloren oder verhindert wurde, vollständig erfassen kann.
Und dann gibt es noch die verlorenen Väter. Väter, die gar nicht den Weg zu sich selbst gefunden haben. Diejenigen, denen ihre eigenen Verletzungen in der Beziehung zu ihren Kindern vorausgegangen sind, diejenigen, die das reproduzierten, was sie selbst erhalten hatten, manchmal ohne die Werkzeuge zu besitzen, um das Vermächtnis doch noch zu ändern.
Vaterschaft ist niemals ein endgültiges Ziel. Sie bleibt eine Überfahrt, ein zu erlernendes kompliziertes Handwerk des Lebens, das sich Tag für Tag ausbildet. Ihr Männer seid großartig! Und es ist nie zu spät, einer Kinderangst zuzuhören, etwas zu reparieren, was zerbrochen war, einen Fehler zu erkennen, um Vergebung zu bitten, zu einem Flug zu ermutigen, präsent zu sein, wenn Worte fehlen.
Corinne De Leenheer