aus der Badischen Zeitung vom 30.01.2026
Meine Reaktion auf den Artikel
Die Reaktion von Dr. Peter Walcher auf meine Entgegnung
Meine Antwort an Peter
Dr. Peter Walcher ist Leitender Oberarzt in einem Teilbereich des Freiburger Universitätsklinikums.
– Diese von mir laienhaft verkürzend und verfälschend wiedergegebene Beschreibung muss ich korrigieren. Ich zitiere aus dem Beitrag:
„Gewalt an Männern bleibt oft unsichtbar, sagt der Freiburger Oberarzt Peter Walcher“ und
„Er ist Oberarzt und Leiter der Tagesklinik der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.“
Und er weiß aus seiner weit zurückliegenden Zeit als Berater im “Väteraufbruch für Kinder”, in welchem Haifischteich er schwimmt. Ob seine Anmerkungen der Rücksichtnahme auf seine vulnerable Situation oder seinem sehr speziellen Blickwinkel geschuldet sind, wage ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall wirken sie aus meiner aktuellen praktischen Erfahrung als Vertreter des Landesvereins des “Väteraufbruch für Kinder” bemüht geschönt und verharmlosend.
Wir haben inzwischen einen Status erreicht, in dem Leisetreten und Beschwichtigen schon lange nicht mehr angemessen sind.
Wenn Peter Walcher einleitend sagt, dass es während seiner Zeit als Berater im VAfK “häufig um das Thema Gewalt ging”, dann müsste er eigentlich konkret sagen, dass schon damals – vor rund 20 Jahren – der Missbrauch des Gewaltschutzgesetzes durch Mütter im Rahmen von familialen Verfahren ein wichtiges Thema war. Heute muss man hinzufügen, dass im Zuge der Forderungen, die “Istanbul Convention” in der Familienrechtspraxis wirksam werden zu lassen, der Missbrauch des Gewaltschutzgesetzes vor den Familiengerichten noch mehr Fahrt aufnimmt. Sechs der letzten acht Neufälle in diesem Jahr in meiner eigenen Beratungspraxis haben eben diesen Missbrauch zum Hintergrund. Das bedeutet, dass die Mutter nur behaupten muss, der Vater hätte Gewalt ausgeübt. Die Folge ist, dass er ohne eine Ermittlungsbemühung allein auf die Behauptung der Mutter hin zum Täter abqualifiziert wird, dass durch die Aufhebung der Unschuldsvermutung der Rechtsstaat verlassen wird und dass der Vater vom Sorgerecht und vom Kontakt zum Kind ausgeschlossen wird. Es geht derzeit um nichts weiter als um das Verlassen des Rechtsstaates, um die Befindlichkeit von missbrauchenden Müttern durch Maßnahmen eines Terrorregimes zu bedienen. Mutter, Jugendamt, Beratungsstellen, Verfahrensbeistand und manchmal auch die Sachverständigen wirken in diesem Kontext wie eine kriminelle Vereinigung zur Zerstörung der Vaterrolle.
Gut, ich habe damit hartes Vokabular aufgefahren. Aber genau so empfinden das betroffene Systemopfer einer herrschenden profeministischen Ausrichtung einer Politik, die die Menschlichkeit durch die Überwindung alles Männlichen erreichen will. So zumindest steht es im Grundsatzprogramm der SPD. Und wir im VAfK erleben massenhaft, wie eine solche politische Doktrin machtpolitisch umgesetzt wird.
Dabei bin ich immer noch im ersten Satz der Ausführungen von Peter Walcher.
Damals waren nicht nur die “meisten Ratsuchenden Männer”, sondern 95% der Ratsuchenden waren Väter. Das hat sich verändert. Inzwischen sind rund 20% der Ratsuchenden Frauen. Warum “Frauen” und “Väter”? Weil alle ratsuchenden Männer “Väter” sind. Die beim VAfK Rat suchenden Frauen betreffen aber eine bunte Reihe von Funktionen: Alleinerziehende Mütter, entsorgte Mütter, Omas (meist väterlicherseits, die ihre Enkel nicht mehr sehen), Folgepartnerinnen (die miterleben, was die Ex-Partnerin mit ihrem Partner so alles anstellt) bis zu Stellvertreterinnen (Bruder, Arbeitskollegin, etc. eines betroffenen Vaters, die das Elend nicht mehr tatenlos mit ansehen können).
Fakt ist im Hintergrund, dass der Anteil der ebenfalls entsorgten Mütter ansteigt, was bedeutet, dass der Anteil der vätergeführten Alleinerziehenden-Haushalte langsam aber stetig zunimmt.
Das wiederum sorgt dafür, dass diese entsorgten Mütter dieselben Feststellungen machen wie die entsorgten Väter schon seit Jahrzehnten. Es geht also nicht um ein geschlechtsspezifisches Phänomen, sondern es ist an die Macht gekoppelt, die der in den Trennungsauseinandersetzungen vor Gericht zum Sieger gekürte Elternteil über den anderen Elternteil zugewiesen bekommt. Das Problem ist also staatlich (politisch-ideologisch) gewollt und kontrolliert.
Wenn ich damit erst beim zweiten Satz der Ausführungen von Peter Walcher gelandet bin, wird deutlich, wie komplex das Thema ist und mit welcher oberflächlichen Leichtigkeit die Medien darüber hinwegbügeln und damit desinformieren.
Ich werde mich also durch Selektion beschränken müssen.
“400 Frauenhäuser” versus “13 Männerhäuser”
Dies suggeriert zunächst oberflächlich die Disbalance. Dass dahinter aber noch eine weitaus größere Ignoranz weiblicher Täterinnenschaft und männlicher Viktimisierung gegenüber verborgen ist, wird wie üblich unter den Teppich gekehrt.
“Frauenhäuser” scheinen dieselbe Qualität zu haben wie “Männerhäuser”. Weit gefehlt!
Fast alle Frauenhäuser sind “autonom”. Das bedeutet, dass der Rechtsstaat in ihnen aufgehoben ist. Die Parteiaussage einer Frau in der gegnerischen Aufstellung wird als Wahrheitsbeweis gewertet und die Unschuldsvermutung ist aufgehoben. Konkret: Kommt eine Mutter mit Kind an der Hand ins Frauenhaus und sagt: “Ich fühle mich vom Vater des Kindes bedroht!”, ist der Vater Täter und sieht sein Kind nicht mehr.
Es gibt aber keine Männerhäuser. Noch weniger gibt es “Autonome Männerhäuser”. Es gibt nur “Männerschutzwohnungen”. Und keine einzige davon ist autonom.
Kommt also ein Vater mit Kind an der Hand in die Männerschutzwohnung und sagt: “Ich fühle mich von der Mutter des Kindes bedroht!” – geschieht nichts.
Das wissen aber die Lesenden dieses Artikels nicht. Deshalb werden sie durch die Formulierungen im Artikel getäuscht. Es geht um nichts weniger als um Desinformation und Täuschung der Wählerschaft über die Medien.
Zu loben ist das Zitat zur neuesten Studie zur geschlechtsspezifischen Viktimisierung. Die korrekten Zahlen sind:
57,6% aller Frauen waren schon einmal Opfer von Partnergewalt und
50,8% aller Männer waren schon einmal Opfer von Partnerinnengewalt.
Nachweis unter Quelle
Warum taucht dann aber im Artikel nicht die logische Konsequenz auf, dass es vor dieser Evidenz doch mindestens 350 autonome Männerhäuser geben müsste? Dafür reichen Dreisatzkenntnisse aus dem schulischen Mathematikunterricht.
Und warum formuliert eine Zeitung nicht neben dieser Forderung die Frage an die Politik, warum das bisher nicht umgesetzt wurde?
Ich denke, die Bedeutung der Fehlwirkung des Gewaltschutzgesetzes ist damit deutlich geworden. Und das weiß die Politik, die dieses Gesetz 2001 einführte, WEIL es im Kern verfassungswidrig war. Das ist nachzulesen im Protokoll der Expertenanhörung vor den Bundestagsausschüssen am 20.06.2001.
https://vater.franzjoerg.de/gewaltschutzgesetz-protokoll-der-expertenanhoerung-vor-den-ausschuessen-des-bt-vom-20-06-2001/
Vor diesem Hintergrund wird wiederum deutlich, welch hohe politische Brisanz dieses Thema hat.
So weit mein Leserbrief, der auf Grund seiner Ausführlichkeit zu einem Artikel wurde.
Dr. Peter Walcher hat sich zunächst innerhalb des VAfK an verschiedene Adressaten dazu geäußert und hat seine Einlassung zu meinem Artikel am 15.02.2026 in Facebook öffentlich gestellt.
Ich hatte vor, darauf zu reagieren, habe mir dafür aber Zeit gelassen, um wohl überlegt zu handeln und vor allem, um Dr. Peter Walcher die Gelegenheit zu geben, das Forum und den Öffentlichkeitsgrad eines Dialoges selbst bestimmen zu können.
Seine Reaktion auf meinen Artikel – der zu einem Artikel wurde, weil er als reiner Leserbrief auf Grund seiner Länge wohl nicht veröffentlicht worden wäre – hier nun im Wortlaut:
Peter Walcher
Lieber Träger der Staufermedaille!
Ich habe angesichts des Artikels Leserbriefe angeregt. Du aber kackst vor meine Tür und schreibst explizit keinen Leserbrief! Was soll das? Leider kann auf deiner Homepage bislang keine Darstellung von mir erfolgen – deswegen dieser Kommentar von mir hier noch nicht öffentlich dazu:
Leserbriefe müssen kurz sein, du aber schreibst Romane und packst alles rein was wir von dir an Polemik kennen.
Du fängt schon mal mit Lügen an: Obwohl im Artikel steht ich bin Oberarzt, behauptest du, ich sei Leitender Oberarzt. Obwohl im Artikel steht ich bin Leiter der Tagesklinik in der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg schreibst du von einem „Teilbereich des Freiburger Universitätsklinikums“. Was das soll bleibt dein Geheimnis.
Du behauptest, ich wisse von einem Haifischteich! Zum einen heißt es Haifischbecken und zum anderen empfinde ich das nicht so! Aber du weißt das natürlich besser! Was habe ich denn für eine „vulnerable Situation“? Spielst du damit ganz dumm an, dass ich dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs vor 25 Jahren ausgesetzt war? Was verstehst du nur unter einem „sehr speziellen Blickwinkel“? Neben einer aggressiven Rhetorik kann natürlich alles andere nur geschönt und verharmlosend sein. Der Sache dienst du nicht indem du meine Person verunglimpfst!
Dieser Peter Walcher sagte, dass es häufig um das Thema Gewalt ging. Aber du weißt es natürlich besser weil du ja auch in Stuttgart immer anwesend warst wenn ich da war. Du suggerierst, ich sei dumm und würde deine „Wahrheit“ verharmlosen : immerimmerimmer Missbrauch des Gewaltsschutzgesetzes durch Mütter.
Du hast nicht hartes Vokabular aufgefahren sondern echte Terrorregime und kriminelle Vereinigungen verharmlost! Wie viele Jahrzehnte willst du dich noch an dem Grundsatzprogrammausbruch der SPD aufgeilen?
Wieder weißt du besser was dieser Peter Walcher an Ratsuchenden hatte: Es waren sicher 95 % Väter wie bei dir denn du bist ja der Allwissende der Welt! Gut, dass du als Besserwisser weißt, wie oberflächlich Medien hinwegbügeln und desinformieren. Du bist der wahre Aufklärer von fake news!! Jetzt werden plötzlich wir auch schon als Wähler desinformiert und getäuscht durch dieses böse Medium Badische Zeitung!
Gut, dass du als Realschullehrer wenigstens Dreisatzkenntnisse hast und mitrechnen kannst. Das hätte ich (oder die geneigte Leser*in) bei 13:400 nie geschafft!
Lieber Träger der Staufermedaille: Statt dich sachlich und kurz um einen Leserbrief zu bemühen, hast du hier nur Scheiße vor meine Tür gekackt. Echt erbärmlich. Ein Bärendienst für die Sache!
Noch was Persönliches: Du hast vor Jahren auch deine jüngere Tochter verstossen und meines Wissens beide Töchter enterbt. Das zeigt meines Erachtens am besten, das ist dir in keinster Weise um lebendige Kontakte zu entfremden Kindern geht, sondern allein um die Deutungshohheit deines Stammtisches!
Wenn du mutig bist, wirst du auch diesen meinen Kommentar nach deinem „Leserbrief“ auf deiner Homepage veröffentlichen.
Nach einigen Tagen Bedenkzeit antworte ich darauf.
Deine Reaktion hat mich zunächst wirklich betroffen gemacht. Nicht, was die Faktenlage anbetrifft, sondern was Stil und Sprache betrifft. Als Leiter einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie (ich hoffe, das war jetzt korrekt) bewegen wir uns wohl auf einer durchaus verständlichen Ebene.
Für jede sachliche Unkorrektheit möchte ich mich entschuldigen. Ich nahm als Laie an, meine Berufsbezeichnung wäre in dieser verkürzten Form korrekt und ich lag da falsch. Das habe ich deshalb auch korrigiert.
Dass ich annahm, dass Äußerungen in einem gesellschaftspolitisch und ideologisch krass umkämpften Kontext auch für Dich als heikel empfunden werden könnten, war ebenfalls ein Fehler von mir, den ich gerne korrigiere und meinen Irrtum eingestehe.
Ich verwahre mich dagegen, Details aus Deiner Vatervita in meiner Argumentation benutzen zu wollen. Das ist tabu für mich. In diesem Kontext bestimmst allein Du, was Du nach außen gibst und was nicht.
Dass ich Dich verunglimpfen wollte, weise ich ebenfalls von mir. Das war nie beabsichtigt und wäre mir als Element einer Entgegnung auch nicht eingefallen. Ich stelle allerdings fest, dass Du das so empfindest, was mich verwundert. Du bist Profi genug, um keine weiteren Hinweise von mir entgegen nehmen zu müssen.
Ich wollte auch Deine Kompetenz nicht schmälern oder gar vermitteln, Du seist „dumm“.
Meine Einlassungen bewegen sich auf einer objektiven Ebene, die ich noch erläutern werde.
Welche Formulierungen von mir suggerieren für Dich, ich würde
„immerimmerimmer Missbrauch des Gewaltsschutzgesetzes durch Mütter“ annehmen?
Ich berichte in meinen Analysen und Statistiken, in welchem Ausmaß die von mir beratenen Väter davon betroffen sind. Nirgendwo habe ich aber behauptet, dass alle Mütter das Gewaltschutzgesetz missbrauchen oder dass alle Konfrontationen mit diesem Thema in meiner Praxis auf Missbrauch beruhen oder gar, dass alle Anträge von Müttern vor den Familiengerichten in Sachen Gewaltschutzgesetz auf dem Missbrauch durch Mütter beruhen.
Ich beschäftige mich aussschließlich mit den Faktenlagen in den in meiner Beratungspraxis offenliegenden rund 4000 Fällen.
Und diese beweisen das, was ich behaupte:
Das Gewaltschutzgesetz ist menschenrechtswidrig, weil es zum Missbrauch geradezu auffordert, was schon in der Expertenanhörung vor den Bundestagsausschüssen im Jahr 2001 erklärt wurde.
Die Parteiaussage einer Frau wird zum Wahrheitsbeweis erhoben und die Unschuldsvermutung ist aufgehoben, womit wir den Rechtsstaat verlassen haben.
Wenn solche Aussagen von mir bezeichnet werden als
* aggressive Rhetorik
dann kann ich damit leben, weil die Auswirkungen auf Abertausende von Vätern so krass sind, dass ich nicht verharmlosender formulieren kann.
Dass ich aber „echte Terrorregime und kriminelle Vereinigungen verharmlost“ hätte, verstehe ich nicht.
Das solltest Du mir erläutern, weil mir dazu wohl Hintergrundwissen fehlt, das ich erwerben sollte.
Ich mache jetzt ein Beispiel für Dissensen zwischen uns auf der Basis von Fakten.
400 Frauenhäuser (von denen wohl 350 „autonom“ sind) haben einen völlig anderen Stellenwert und ein völlig anderes Funktionsschema als „Männerschutzwohnungen“. Ein reiner Zahlenvergleich ist also irreführend. Man kann dieses Faktum also nicht nur quantitativ diskutieren, sondern muss das auch im qualitativen Kontext berücksichtigen.
Wenn eine solche Einsicht Dich dazu bringt, mit Vulgarismen zu reagieren, steige ich gerne aus der Diskussion aus.
Ich habe vermieden, mit Details aus Deiner Vatervita zu argumentieren. Das ist nicht mein Stil.
Du aber machst das. Das ist schade, denn unter uns Vätern sollten wir das vermeiden.
Wenn aber schon:
Nicht ich habe meine Töchter verstoßen, sondern sie mich.
Und: Enterben ist bei rechtlicher Vaterschaft nur in sehr engen Grenzen möglich, was bei mir nicht zutrifft. Was geht, ist eine Teilenterbung, die aber immer noch einen Pflichtteil zugänglich macht. Wenn dieser für zwei Kinder fällig wird, muss das Haus verkauft werden. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn es sich um Denkmalschutz handelt.
Meine Entgegnung kam nun mit etwas Verspätung. Dafür war sie aber wohlüberlegt.
Und die Aufforderung, das auf meiner Seite einzustellen, kam von Dir.
Und ich bin „mutig“ genug, Deinem Hinweis zu folgen.