Gestern noch war unser Leben glücklich
und unsere Welt war schön.
Doch plötzlich wurden wir herausgerissen
In einen für uns fremden Film.
Dürfen seither nicht mehr für uns entscheiden,
wie wir unser Leben leben wollen.
Müssen seither jeden Tag neu begreifen,
dass wir beide das ertragen sollen.
Fremdbestimmt und einander entrissen,
sitzt der Schmerz des Verlustes in uns tief.
Und niemand fragt uns seither,
wie es uns bei alledem geht.
Es gibt keinen Ort,
an dem unsere Trauer Raum und Gehör findet.
Es gibt keinen Ort,
an dem wir ungestört umeinander trauern dürfen.
Es gibt kaum eine Hand, die unsere Hände hält,
wenn die Trauer uns wieder und wieder überfällt.
Denn unsere Trauer ist nur wenig benannt
und in der Welt, um uns herum, meist unbekannt.
Ohnmacht, Angst und allem entrissen
trifft uns das Erlebte mitten ins Herz.
So wurden wir gefühlt aus dem Leben gerissen,
leise, beinahe lautlos und meist unbemerkt.
Kaum jemand, kaum jemand will das wirklich wissen.
Und so darf sein, was nicht sein darf!
Ich, mein Kind, wollte dich niemals missen
und dich in deinem Heranwachsen begleiten
Doch fremde Mächte haben uns dem WIR entrissen
und bestimmen fortan unseren gemeinsamen Weg
Dennoch weiche ich nicht von deiner Seite,
so sehr man uns auch trennen mag.
Ich liebe dich mein Kind
und verspreche dir, ich bin hier!
Ich gehe nicht fort an einen anderen Ort,
sondern warte auf den Tag,
an dem uns niemand mehr sagt,
welches Leben wir zu leben haben.
Denn ich bin und bleibe dein Vater.
Nicht nur auf dem Papier,
sondern heute und morgen
und im Jetzt und hier!
Es ist so schön, dass es dich gibt!
Dein Vater
Text:
Anonym© Frühling 2026