Die Lobby der Mütter, der ICSP und der VAfK
Fakes der Mütter-Lobbyistinnen
Kommentar von „Billi Miller“ zu einem taz-Artikel über den FDP-Antrag zum Wechselmodell im Bundestag, der am 15.03.2018 verhandelt wurde
13.02.2019
Der ICSP ist kein „ausgewogenes Gremium“, sondern wurde u.a. vom VafK, dem Väterrechtler Franz-Jörg Krieg, Hildegund Sünderhauf, der wichtigsten Kooperationspartnerin des VafK und Tim Walter, dem Hintermann des FDP-Antrages gegründet. Die Administration des Vereins liegt in den Händen von …, …. Mitglieder sind die leitenden Köpfe der internationalen Väterrechtsbewegung, zum Beispiel auch Vittorio Vezzetti und Simone Pillon, die in Italien für die Lega Nord die frauenfeindliche „Legge Pillon“ formuliert haben. Josef Linzer, der ebenfalls als Sachverständiger geladen wurde, ist aktives Mitglied der Väterrechtsplattform „Väter ohne Rechte“ und dreht mit der väterrechtsgruppierung „Kindeswohlgefährdung per Gesetz“ Videos. Insofern ist die Behauptung, „Väter seien ausgesperrt worden“, ein Fake von Markus Witt, Bundesvorstand des VafK.
Dieser Kommentar einer „Billi Miller“ vom 13.02.2019 ist im Netz zu finden. Und die Schreiberin verkündet im Brustton ihrer feministischen Überzeugung gültige Wahrheiten, nach denen sich alle echten Mütter dieser Bundesrepublik orientieren.
Was ist dran an den Aussagen dieser Billi Miller?
Eines ist sicher: Der ICSP ist ausgewogener als das gesamte BMFSFJ (oder besser: BMaaM) – aber diese Diskussion würde den Rahmen sicher sprengen. Die 5. Internationale Konferenz des ICSP, die Anfang Dezember 2020 – von der Universität Vancouver unterstützt – mit über 1100 Teilnehmenden und rund 70 ReferentInnen abgehalten wurde, spricht für sich.
Billi Miller behauptet, der ICSP wäre u.a.
„vom VafK, dem Väterrechtler Franz-Jörg Krieg, Hildegund Sünderhauf, der wichtigsten Kooperationspartnerin des VafK und Tim Walter, … gegründet“ worden.
Fakten-Check:
„Josef Linzer“ – gemeint ist wohl Josef Linsler, ist zunächst dem ISUV zuzuordnen, dessen Vorsitzender er war und der heute noch in die Öffentlichkeitsarbeit des ISUV eingebunden ist. Ihn mit falschem Namen und mit völlig unakzeptabler Zuweisung zu nennen, zeigt die grottenschlechte Recherche hinter den öffentlichen Aussagen der Billi Miller.
Der VAfK selbst hatte nichts mit der Gründung des ICSP zu tun.
Diese Gründung ging zwar von Angela Hoffmeyer aus, die damals im Bundesvorstand des VAfK war. Ihr privates Engagement in Sachen „Doppelresidenz“ wurde aber anfangs selbst aus dem Bundesvorstand kritisch gesehen und wurde in keiner Weise unterstützt. Eine Akzeptanz entwickelte sich zwar langsam, diese führte aber nie so weit, dass Angela ihre Spesen für Reisetätigkeiten und Vorträge vom VAfK finanziert bekam.
Die Administration wird durch das board mit 3×4 Direktoren und der Generalsekretärin als 13. board member gebildet.
Ich selbst war wie andere auch an der Gründung beteiligt, hatte aber außer einer Helferfunktion nie eine offizielle Aufgabe oder einen Posten in der Hierarchie des ICSP übernommen.
Gegründet wurde der ICSP am 22. und 23. Februar 2014 in einem Hotel in Bonn u.a. von diesen Personen:

Bild 1
Mit dem Fotografen waren dies 30 Personen aus etwa 20 Ländern.
Die 8 Deutschen auf diesem Foto gehören zwar zu den Gründungsmitgliedern – nur drei von ihnen waren aber in die weichenstellenden Vorarbeiten zur Gründung mit eingebunden. Und dazu gehörte Tim Walter eben nicht. Er leistete seine verdienstvolle Arbeit in der FDP.
Die Hauptperson hinter der Gründung war Angela Hoffmeyer, die ihre Bemühungen zum Thema Doppelresidenz damals gegen heftige Widerstände im Bundesvorstand des VAfK voranbrachte, was dazu führte, dass sie die Kosten für alle ihre Anstrengungen (Reisen, Vorträge, Tagungen, Kongresse…) damals privat trug, weil der VAfK dafür keine Finanzierung freigab. Unter solchen Voraussetzungen zu behaupten, dass der VAfK an der Gründung des ICSP beteiligt gewesen wäre, ist einer der fakes, die oberschlaue Feministinnen meinen, aus Halbwahrheiten herausinterpretieren zu können.
Da Angela und ich damals schon ein Paar waren, waren die Verbindungen zunächst eher privater Natur. Diese waren durch die lokale Wohnsituation und die Verbundenheiten in den privaten Trennungsschicksalen begründet und äußerten sich natürlich auch in Synergieeffekten bei der Arbeit an derselben Thematik. Die Verbindung zur Bundesführung des VAfK war eher marginal.
Was damals zum Tragen kam, waren die privaten Kontakte im Rahmen des VAfK Karlsruhe.
Angela kam eher zufällig im Jahr 2006 zum VAfK Karlsruhe. Da sie als Germanistin und Anglistin mit Erfahrung als Geschäftsführungsassistentin in einem international arbeitenden Unternehmen viele wichtige Eigenschaften in die Gruppe einbrachte, wurde sie schnell Vorstandsmitglied im VAfK Karlsruhe und nahm zunächst die Funktion einer Schriftführerin ein.
Als 2009 ein neuer Bundesvorstand im VAfK gewählt wurde und die wichtige Position eines weiblichen Vorstandsmitglieds frei war, animierte ich Angela, sich zur Wahl zu stellen. Sie wurde dann neben ihrer Tätigkeit im Vorstand des VAfK Karlsruhe auch Mitglied im Bundesvorstand. Als sie 2019 nach 10 Jahren aus dem BuVo austrat, war sie das am längsten durchgehend tätige BuVo-Mitglied in der seit über 30 Jahre andauernden Geschichte des VAfK.
Im Jahre 2011 interessierte sich Angela für das Thema Doppelresidenz und gründete Ende jenes Jahres die „Projektgruppe Doppelresidenz“ im VAfK. Dieser Vorgang war nicht top-down gesteuert, sondern entsprang ihrem privaten Interesse am Thema, das sie damals gegen heftige Gegenwehr und ohne jede Finanzierung durchsetzte.
Angela ging bei der Organisation dieser Projektgruppe neue Wege: Sie organisierte diese Gruppierung „im VAfK“ von Anfang an über die Grenzen des VAfK hinaus und auch konsequent international. Es gab vorher schon im Rahmen meiner VÄTERKONGRESSE Kooperationen auf der internationalen Ebene, auch über die DACH-Staaten hinaus. Diese private Entscheidung von Angela sollte die Keimzelle bilden, die schließlich zur Gründung des ICSP führte.
Ende 2011 waren wir bei der Projektierung des VÄTERKONGRESSES 2012 in Karlsruhe unter dem Titel „Vereinbarkeit auch für Väter – Familie zwischen Eigen- und Fremdbetreuung“.
Ebenfalls Ende 2011 wurde Prof. Hildegund Sünderhauf infolge der Arbeit an ihrem Buch „Wechselmodell“ auf Angela und ihre Projektgruppe aufmerksam. Dies führte dazu, dass Frau Sünderhauf ihr Buch zum ersten Mal am 23.06.2012 unter dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf für getrennt lebende Eltern – ein Votum für abwechselnde Betreuung?“ beim VÄTERKONGRESS vorstellte und das Erscheinen mit August 2013 und den Umfang mit 350 Seiten angab.
Programm des VK 2012
ReferentInnen beim VK 2012
Schon damals waren Referenten aus Österreich, der Schweiz und Belgien am VÄTERKONGRESS beteiligt.
Die Zeit war reif und führte zu einer stürmischen Entwicklung, die das Erscheinen des Buches von Sünderhauf um ein Jahr verzögerte und dessen Umfang auf das Dreifache anschwellen ließ.
Nach dem VÄTERKONGRESS 2012 war klar, dass eine Zeitenwende bevorstand und dass wir seismographisch darauf reagieren müssen.
Damit wurde der VAfK Karlsruhe zur Keimzelle weiterer Entwicklungen.
Ich organisierte 2013 den ersten Vernetzungskongress der deutschen Väterszene in Karlsruhe, der zeigte, dass es diese Szene – entgegen anderslautenden Behauptungen in der Presse – gab.
Angela organisierte im Sommer 2013 ein internationales Kick-off-Meeting mit 20 Personen aus 11 Nationen in einer Jugendherberge, das zum ersten Mal die Idee der Gründung einer internationalen Organisation als logische Konsequenz formulierte.
Dieses Treffen hatte nichts mit dem VAfK zu tun und wurde ebenfalls rein privat organisiert und finanziert.
In Folge trafen wir uns am 22.02.2014 mit 30 Personen in einem Hotel in Bonn, um den ICSP zu gründen.
Das Bild 1 zeigt eine Momentaufnahme von diesem gemeinsamen Wochenende.
Das Faktum, dass Angela die eigentliche Vorarbeit zur Gründung geleistet hatte und dass sie mit der Führung der inzwischen internationalen Projektgruppe Doppelresidenz quasi den deutschen Sektor des ICSP weiter leitete, führte dazu, dass sie als Generalsekretärin (general secretary) und als 13. Vorstandsmitglied (board member) weiter in die Geschicke des ICSP zentral eingebunden war und als Sprachwissenschaftlerin und Organisatorin von Kongressen und internationalen Besprechungen wichtige Aufgaben übernahm.
In Karlsruhe schafften wir es noch, am 09.04.2014 eine Fachtagung zum Thema „Paritätische Doppelresidenz (Wechselmodell) als Regelfall?“ mit den Referenten
Jan Piet de Man, Kinder- und Familienpsychologe, Familienmediator, Belgien,
RA Josef Mohr, Fachanwalt für Familienrecht, München
RA Jürgen Rudolph, Familienrichter i. R.
Cornelia Spachtholz, Vorsitzende Bundesverband berufstätiger Mütter e. V. (VBM) und
Angela Hoffmeyer, Bundesvorstand Väteraufbruch für Kinder e.V.
zu organisieren.
Da wir den Ehrgeiz hatten, schon Mitte 2014 die 1. Internationale Konferenz des ICSP abzuhalten, waren unsere Energien so sehr gebunden, dass alle weiteren Kongresstätigkeiten auf nationaler Grundlage zunächst eingestellt werden mussten.
Vom 09.-11.06.2014 fand die 1. Konferenz des ICSP im Wissenschaftszentrum in Bonn statt. Erst wenige Tage zuvor war der ICSP im Vereinsregister in Bonn eingetragen worden. Angela musste einen Etat von rund 100.000 Euro frei jonglieren und haftete fast ohne Eigenkapital der Organisation privat für die immensen Kosten. Alles funktionierte aber so gut, dass die 2. Konferenz noch einmal vom 09.-11.12.2015 in Bonn abgehalten wurde.
https://vater.franzjoerg.de/2-internationale-konferenz-des-icsp-in-bonn-vom-09-11-12-2015/
Damit war ein Abstand von etwa 18 Monaten zwischen den Konferenzen eingeführt und sollte für die nächsten Kongresse maßgeblich werden.
https://vater.franzjoerg.de/der-icsp-im-europarat/
Im Jahr 2017 übernahmen die USA die Organisation.
https://vater.franzjoerg.de/3-internationale-konferenz-des-icsp-2017-in-boston/
Am 15.07.2016 waren wir in Karlsruhe wieder soweit, einen eigenen größeren Kongress abzuhalten und benannten diesen als 1. ELTERNKONGRESS des VAfK.
https://vater.franzjoerg.de/1-elternkongress-am-15-07-2016-in-karlsruhe/
Diesem sollten weitere folgen:
https://vater.franzjoerg.de/2-elternkongress-am-07-07-2017-in-stuttgart/

https://vater.franzjoerg.de/3-elternkongress-in-karlsruhe/
Dass Angela bei der Bundesdelegiertenversammlung des VAfK nach 10 Jahren Mitgliedschaft im Bundesvorstand mit standing ovations verabschiedet wurde, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass sie mit der Projektgruppe Doppelresidenz auch gegen heftige Widerstände eine Entwicklung in Gang gesetzt hatte, die sich inzwischen international verselbstständigt hat.

Zwei Veranstaltungen, stellvertretend für über zwei Dutzend Vorträge, die Angela zu diesem Thema gehalten hat.