Die Kölner Stadtrevue ist ein Blatt der linken Szene und somit ideologiegebunden und auf mindestens einem Auge blind. Jeder Appell an journalistische Qualität und umfassende Recherche ist der Versuch, einen Ochsen durch Kneifen ins Horn zu beeindrucken.
Es ist also verständlich, wenn LeserInnen die Ausscheidungen eines solchen Magazins entsprechend werten und es als vergebliche Mühe und Zeitverschwendung einordnen, auf Ideologie-Geschwätz ernsthaft zu antworten.
Wenn es doch welche gibt, die sich die Mühe gemacht haben, zu antworten und damit als Stimme der einordnenden Qualitätssteuerung für ideologisch unkundige Laien dienen können, ist das hoch anzurechnen.
Ich werde demnächst solchen Stimmen hier öffentliche Beachtung verschaffen – soweit mir solche überhaupt zugeleitet werden.
Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Stadtrevue ihnen nicht genehme oder auch zu ausführliche Kritik zulassen wird. Sie soll aber nicht ungelesen von der Öffentlichkeit ferngehalten werden und im Nirvana verhallen.
VATER 1
Sehr geehrte Redaktion,
der Artikel „Rechte Väter“ zeichnet ein Schreckensbild, das der Realität hochkomplexer familienrechtlicher Konflikte nicht gerecht wird. Was dabei besonders irritiert, ist weniger die kritische Auseinandersetzung mit einzelnen Akteuren, sondern die grundsätzliche Haltung, aus der heraus berichtet wird: nicht neutral, nicht ergebnisoffen und nicht konsequent am Wohl der Kinder orientiert.
Geteilte Elternschaft nach Trennung wird im Beitrag nahezu ausschließlich als Einfallstor für Gewaltverharmlosung, Antifeminismus und politische Radikalisierung dargestellt. Damit wird ein zentrales Problem ausgeblendet: Internationale, breit rezipierte Forschung kommt seit Jahren überwiegend zu dem Ergebnis, dass Kinder – unter geeigneten Rahmenbedingungen – von verlässlichen Beziehungen zu beiden Eltern profitieren. Diese Erkenntnisse pauschal zu diskreditieren, ersetzt sachliche Auseinandersetzung durch ideologische Zuschreibung.
Besonders problematisch ist die implizite Logik, nach der Gewalt fast ausschließlich männlich konnotiert wird, während Gewalt, Kontrolle oder psychischer Missbrauch durch Mütter faktisch nicht vorkommen sollen. Wer auf diese Leerstelle hinweist, wird im Artikel nicht argumentativ widerlegt, sondern moralisch etikettiert. Das hilft weder betroffenen Kindern noch einer ernsthaften gesellschaftlichen Debatte.
Niemand bestreitet, dass es hochproblematische, auch gewalttätige Väter gibt. Ebenso wenig lässt sich bestreiten, dass es hochproblematische, auch gewalttätige Mütter gibt. Ein professioneller journalistischer Zugang müsste genau hier ansetzen: differenzieren, abwägen, Einzelfälle ernst nehmen – statt ein Lagerdenken zu reproduzieren, das Eltern gegeneinander ausspielt und Kinder instrumentalisiert.
Gerade weil familienrechtliche Entscheidungen so tief in das Leben von Kindern eingreifen, braucht es Berichterstattung, die nüchtern bleibt, internationale Forschung korrekt einordnet und den Mut hat, Ambivalenzen auszuhalten. Diese Haltung vermisse ich im vorliegenden Artikel deutlich.
Ich würde mir wünschen, dass künftige Beiträge diesem sensiblen Thema mit mehr fachlicher Distanz, größerer Sorgfalt und vor allem mit einem klaren Fokus auf das Kindeswohl begegnen.
Mit freundlichen Grüßen
GROSSELTERN 1
Sehr geehrte Journalisten des Kölner Magazins „Stadtrevue“
Wir, das sind Großeltern aus NRW, möchten uns zu Ihrer neusten Ausgabe des Magazins Stadtrevue mit dem Titel „Antifeministisches Netzwerk – Rechte Väter“ äußern.
Zuerst einmal möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir es grundsätzlich richtig und wichtig finden, sich dem Thema Gewalt innerhalb von Familien und im Grunde in der ganzen Welt zu widmen. Für das Aufgreifen dieses komplexen Themas danken wir Ihnen. Dieses Problem bewegt sich bekanntlich durch alle Schichten und betrifft BEIDE Geschlechter.
Leidtragend sind zu allererst einmal die Kinder, die zudem zeitlebens daran zu tragen haben – und das vollkommen unabhängig davon, ob Mutter, also Frau, ODER Vater, also Mann, die Gewalthandlung ausübt!
Diese wissenschaftlich hinreichend belegte Tatsache findet in Ihrem Artikel durch Ihre Berichterstatter*in nicht ein einziges Wort, sondern wird schlicht über die Einseitigkeit der Betrachtungsebene verschwiegen und somit allen Lesern Ihres Artikels vorenthalten.
So muss bedauerlicherweise bereits an dieser Stelle Einseitigkeit festgestellt werden.
Sie verschweigen schlicht die Tatsache, dass auch Frauen – Mütter – gewaltbereit sein können, wenn auch vielleicht vulnerabel in der Ausführung und das sowohl in Form von psychisch ausgeübter, als auch körperlicher Gewalt gegen ihre Kinder und auch gegen die Väter dieser Kinder. Die Dunkelziffer dürfte entsprechend aussagestark sein.
Sie beklagen in Ihrem Artikel die Aktivitäten der „Väterrechtler“ und betiteln diese (auf Ihrem Titelblatt) als „antifeministisches Netzwerk“ und „Rechte Väter“. Und Sie meinen, wenn Sie diese die Menschenwürde absprechende Etikettierung in 5-stelliger Stückzahl verbreiten, wird sie von einer Beleidigung zur gültigen Wertigkeit?
Das ist schon allerhand!
Verfolgen nicht auch Sie damit als Herausgeber dieses Magazins das Ziel der Stimmungsmache und Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft, allerdings unter teilweisem Ausschluss von Fakten?
Warum sonst sollte in Ihrem Artikel eine derartige Einseitigkeit herrschen?
Diese Betitelung, Verunglimpfung und insbesondere das „Über-einen-Kamm-Scheren“ von Vätern und Väterrechtlern muss für unser Dafürhalten von Ihnen öffentlich richtiggestellt und zurückgenommen werden!
Mit mindestens einem genauso starken Titelbild zum Einstimmen der Leserinnen und Leser auf den dann zu erwartenden Inhalt des Artikels.
Mit Ihrem Artikel rücken Sie die Kinder, die durch ihre Mütter – also Frauen – Gewalt erleben und aushalten müssen, ins Abseits – denn glaubt man Ihrem Artikel, impliziert dieser das Bild im Außen, dass Gewalt ausschließlich eine Gefahr durch Väter – also Männer – darstellt. Es ist kein Satz zu finden, der wenigstens einen Hinweis darauf gibt, dass es Kinder gibt, die Gewalt durch ihre Mütter erleben.
Das darf so nicht stehenbleiben! Was macht das mit Kindern oder Teenagern, die vielleicht einen solchen Artikel in die Hände bekommen oder Gespräche, Diskussionen der Erwachsenen dazu mitbekommen? Wohin soll ein Kind sich wenden, wenn es Gewalt durch die eigene Mutter – also Frau – erlebt oder mit ansehen muss, wie die eigene Mutter den Vater oder die Geschwister verprügelt?
Wird sich dieses Kind trauen, sich an Menschen zu wenden, die helfen könnten? Glaubt diesem Kind denn überhaupt jemand?
Darin sehen wir eine unserer Meinung nach berechtige Gefahr aufgrund solcher Artikel, wie diesem.
Ist Ihr Artikel keine einseitige Stimmungsmache?
In Ihrem Artikel wird der große Teil von ausgeschlossenen und liebevollen Vätern, die am Keim der Hoffnung hängen, mit dem kleinen Teil der Arschlöcher in einen Topf geworfen und das mit nachhaltigen und nicht absehbaren Folgen für die ohne ihren Vater aufwachsen müssenden Kinder und für die in tiefe Trauer versunkenen Väter, die irgendwie ihr Leben ohne ihre Kinder hinbekommen müssen. Die Trauer um den Verlust des Kindes ist sicher unbeschreiblich und zudem eine Form psychischer Gewalt – ausgeübt durch Mütter.
Sie definieren leider nicht für den/die unbedarfte/n Leser*in, was genau häusliche Gewalt impliziert.
Der Abschaum der Männer – deren Anteil es auch unter Frauen zu finden gibt – wird hier als Gesamtbild des Mannes als solches manifestiert.
Glauben Sie wirklich an die FRAU als gewaltpotentialfreies Wesen unserer Schöpfung?
Das hat schon einmal jemand als „Gender-Romantik“ bezeichnet.
Es muss nicht immer die geballte Faust sein, die – im Außen sichtbar – durch Frau ODER Mann zuschlägt.
Auch psychische Gewalt als probates Mittel, um Familienmitglieder oder schlicht Menschen zu manipulieren und zu kontrollieren, ist erwiesenermaßen Gewalt!
Es wäre denkbar, dass es in ein paar Jahren eine Klagewelle von den inzwischen erwachsen gewordenen und zwangsentfremdeten Kindern auf Schadenersatz und Schmerzensgeld geben könnte, gerichtet gegen all Diejenigen, die jahrzehntelang weggeschaut und nicht geholfen haben, die Rechte der Kinder zu wahren und diese entsprechend durchzusetzen – und natürlich auch gegen diejenigen, die ihr Leid bewusst durch ideologische Umdeutungen unsichtbar gemacht haben.
Im Laufe unseres Lebens sind uns Frauen begegnet, die ihren Partnern und Kindern gewaltbereit gegenüberstanden.
Glauben Sie wirklich, dass es Frauen, die schlagen oder psychische Gewalt ausüben, nicht gibt?
Wir verkennen nicht, dass die Zahl der von partnerschaftlicher Gewalt betroffenen Frauen im Hellfeld erheblich höher ist als die bislang polizeilich erfasste Zahl der von partnerschaftlicher Gewalt betroffenen Männer. Die Dunkelziffer bei den Vätern – Männern – ist nach Schätzungen jedoch nicht unerheblich.
Ja, es sind mehr Frauen von Gewalt betroffen, Männer aber auch. BEIDES darf nicht sein!
Die neuste Studie, publiziert auf der HP das BMBFSFJ, gibt 57% aller Frauen als Opfer und 50% aller Männer als Opfer von Partnergewalt an.
https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/207986/8076458631f6f197c5a6847be4817973/ergebnisbericht-paargewalt-in-deutschland-haeufigkeit-erlebter-und-ausgeuebter-gewalt-sowie-miterleben-in-der-kindheit-data.pdf
Warum finden Sie dazu kein Wort und propagieren stattdessen die vermeintlich heimliche Sehnsucht von Männern – Vätern – zurück zum altertümlichen Patriarchat und zeichnen das längst überholte Bild des Familienoberhauptes?
Wir sprachen vor einiger Zeit mit einer älteren Dame über das heutige Familienrechtssystem und die möglichen Auswirkungen dessen auf die davon betroffenen Kinder.
Die heutige Ausrichtung sei in einzelnen Punkten wider dessen, was die damalige Nachkriegs-Generation von Frauen und Müttern, die um Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern kämpfte, erreichen wollte.
Stattdessen muss diese Generation die teilweise Umkehrung ihres Bemühens um Gleichberechtigung oftmals zum Nachteil der heutigen Väter beobachten und erneut ein Ungleichgewicht feststellen.
Zu Kriegszeiten wuchsen gezwungenermaßen viele Kinder als Halbweisen oder Vollweisen auf und litten zeitlebens unter dem Verlust eines Elternteils oder Familienmitglieds. Der Verlust eines Elternteils bedingt heute auch fast immer den Verlust einer dazugehörenden Familie mit Großeltern, Cousins, Cousinen, Onkel, Tanten und Ur-Großeltern. Das ist von erheblicher Bedeutung für die betroffenen Kinder. Sie verlieren damit die andere Hälfte ihrer Identität und ein liebevolles familiäres Netzwerk. Das ist für diese Kinder von Bedeutung, wird sich in ihrem Heranwachsen und im Erwachsenenleben bemerkbar machen und wirkt meist noch transgenerational weiter.
Wir, als zutiefst friedliebende Menschen, die sich für Gleichberechtigung und Unversehrtheit aller Menschen – wir mögen es auch Frieden nennen – einsetzen, sind strikt gegen jegliche Form von Gewalt, egal durch wen, gegen wen und egal in welcher Art und Weise ausgeübt!
Es muss sichergestellt sein, dass Gewaltausübung weder durch die Mutter – also Frau oder den Vater – also Mann gleichermaßen ausgeschlossen werden kann!
Die Einseitigkeit Ihrer Berichterstattung ist das prägnanteste Merkmal Ihres Artikels, inhaltlich verkennt ihr Artikel zudem das wahre Leben und macht nicht wirklich deutlich, dass es einzig darum gehen muss. Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, wie Sie diesen so wichtigen Punkt so einseitig darstellen können.
Ein solches Thema aufzugreifen – sollte es dem ernsthaften Bestreben gewidmet sein, sich stark zu machen für die von Gewalt betroffenen KINDER, Väter und Mütter -, setzt die Verpflichtung voraus, neutral und umfassend zu berichten.
Auch Sie wollen offensichtlich Einfluss nehmen, allerdings unter Verkennung der realen Welt, in der eben auch Mütter – also Frauen – Gewalt ausüben und darüber hinaus ihre Kinder entfremden.
Wir lehnen jegliche Form von Gewalt strikt ab und können aus diesem Grunde auch keiner einseitigen Betrachtung und Darstellung zustimmen, denn dies würde die Missachtung und Verletzung der Menschenrechte und Würde der in dieser Betrachtung ausgeschlossenen Menschen bedeuten und dem können wir nicht zustimmen. Es gilt gleiches (Schutz-) Recht für alle und das impliziert grundsätzlich insbesondere Kinder aber auch Erwachsene, also alle Menschen.
Welchen Grund sollte es haben, dass junge (vermeintlich „rechte“) Väter sich selbst rückdegradieren, um die Rolle eines Familienoberhauptes zu bekleiden? Die also Väter sein wollen, die nicht nur die Rolle des „Herrschers“ über die Familie innehaben, sondern auch die Rolle des Alleinversorgers, des Alleinverantwortlichen, des immer starken Mannes, dem es aber nicht einmal gelingt, einen Topf Spaghetti für die Kinder zu kochen? Warum sollte das erstrebenswert sein in Zeiten wie heute?
Auch hier werden wieder die Verlierer des Residenzmodells mit den Schakalen in einen Topf geworfen.
Gespräche mit den Opfern wären Ihrer Recherche an dieser Stelle zuträglich gewesen.
Wir haben bis heute keinen Vater kennengelernt, der dieses Bild von einem Vater und seine Rolle in der Familie so definiert in sich trägt oder als erstrebenswertes Ziel benennt.
Uns sind bislang ausschließlich Väter bekannt, die ihrer väterlichen Fürsorgeverantwortung nachkommen und ihre Kinder im Heranwachsen begleiten möchten. Diese aber existieren in unserem Lebensumfeld in Massen.
Das klassische Bild eines patriarchalen Familienoberhauptes ist der heutigen Zeit längst entwachsen und mag vielleicht eine Minderheit – in Ihrem Lebensumfeld – betreffen.
Gekonnter Journalismus ist für unser Dafürhalten dann aussagestark, wenn dieser geprägt ist von bestmöglicher Recherche, Neutralität in der Berichterstattung, sachlich und faktisch belegbarem Klartext und einem Feingefühl zwischen den Zeilen.
Leider ist dies Ihrer Protagonistin der Kolumne
– RECHTE VÄTER – Bonner Netzwerk verbindet Antifeministen
nicht gelungen.
Mit nachdenklichen und dialogbereiten Grüßen,
Großeltern aus NRW