Katastrophale Mangelkapazitäten für Begleiteten Umgang

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Katastrophale Mangelkapazitäten für Begleiteten Umgang

Schon seit langer Zeit muss ich immer wieder Engpässe in den Angeboten von BU-Trägern feststellen. In der Verhandlung beim Familiengericht wird Begleiteter Umgang festgelegt. Je ...

Schon seit langer Zeit muss ich immer wieder Engpässe in den Angeboten von BU-Trägern feststellen.

In der Verhandlung beim Familiengericht wird Begleiteter Umgang festgelegt. Jeder weiß, dass der einzige Grund dafür eben nicht eine belastete Beziehung zwischen Vater und Kind ist, deren Vorhandensein nur von der Mutter behauptet wird, sondern dass allein die Weigerung der Mutter, eine gelebte Vater-Kind-Beziehung zuzulassen, die Abstrusität eines Begleiteten Umgangs erfordert. Damit wird BU eigentlich (und auf Kosten des Steuerzahlers) missbraucht.

Zu diesem obszönen Faktum kommt dann immer wieder hinzu, dass es viele Wochen dauert, bis es zum ersten Begleiteten Umgang kommt. Ich habe in letzter Zeit Fälle erlebt, in denen mehr als ein Viertel Jahr verging, bevor der erste BU stattfand.

Ich habe dabei auch Fälle, in denen bei Gericht festgelegt wurde, dass der Träger des BU bestimmt, wann es zu unbegleiteten Umgängen kommen kann. Obwohl alle Verantwortlichen beim Träger einhellig meinen, dass es zwischen Vater und Kind absolut kein Problem gäbe und das Problem allein bei der nicht vorhandenen Bereitschaft der Mutter läge, wird weiter munter im BU-Zimmer des Trägers „Umgang gepflegt“.

Anstatt in diesem Fall Kapazitäten frei zu machen und dem Familiengericht zu signalisieren, dass nichts gegen eine sofortige barrierefreie Vater-Kind-Beziehung sprechen würde, knickt der Träger vor der Verfügungsgewalt der Mutter ein und blockt weiter Kapazitäten – auf Kosten des Steuerzahlers.

Und dafür warten dann andere Kinder und Väter darauf, sich sehen zu dürfen.

Heute kam bei mir wieder eine Mail eines Vaters an:

Ich habe gestern mit meiner Ex nochmals über die BU-Termine beim KSB gesprochen. Der Begleiter vom KSB sagte ihr, nächste Woche gäbe es keinen Ersatztermin für den am 25.11. ausgefallenen Termin, und wenn, dann nur am Vormittag. Es war eh nur noch 1 Termin dieses Jahr am 9.12. möglich. Wenn da auch was dazwischen kommt, sehe ich die Kinder erst wieder am 13.01.2017. Ich bin auch gegen Termine am Vormittag, meine Frau auch. Da die Kinder eh schon sehr große Probleme in der Schule haben, sollte man Vormittagstermine meiden.

Der Begleiter vom KSB meinte dazu, BU wäre wichtiger als Schule. Wenn meine Frau da nicht mit machen würde, könnte er sie auch dazu zwingen.

Gehts noch, was soll das? Gut, ich weiß natürlich nicht, was tatsächlich gesprochen wurde. Als wir die Termine abgesprochen haben, war das aber alles kein Thema, da war bei ihm im Kalender noch alles frei und er hatte auch den Samstag angeboten. Das geht jetzt gar nicht mehr. Was will der KSB eigentlich, es sah alles so gut aus, die Kinder sehen mich regelmäßig und jetzt?

Die Jüngste hat geweint, als sie hörte, der Termin würde ausfallen. Ich dachte, das ist der Kinderschutzbund, aber anscheinend haben die Mitarbeiter das vergessen.

Was kann ich machen?

Der BU scheitert nicht an der Mutter, sondern am Verhalten des Vereins, der die Kinderrechte schützen soll.

Ich bin total sauer.

 

Dieses Problem besteht in fast jeder Kommune. Ich kenne Fälle aus vielen Amtsgerichtsbezirken, in denen eine katastrophale Unterversorgung an der Tagesordnung ist.

Wenn man den Missbrauch von BU endlich nicht mehr zulassen würde und eindeutig blockierenden Müttern ohne Zögern die rote Karte zeigen würde, wäre das Problem mit einem Schlag gelöst.

Solange die Familiengerichte und alle Stellen darunter aber den durch Mütter ausgelösten Missbrauch mit zahmem Schonverhalten diesen Müttern gegenüber weiter zulassen, wird nichts anderes übrig bleiben, als mehr Geld auszugeben, mehr Träger einzubinden und den Mangel an Kapazitäten damit zu beseitigen.

 

 

Als Sohn des letzten Wagnermeisters im deutschen Südwesten 1948 geboren. Abitur nach 2 Kurzschuljahren 1966 - und damit mit dem Vorteil versehen, als geborener Handwerker und Bauer den Weg zu den Qualifikationen eines Akademikers beschritten zu haben. Studium an der PH Karlsruhe bis zum Realschullehrer mit Hauptfach Musik. Lehrer an den Realschulen in Rastatt, Baden-Baden, Karlsruhe-Durlach, Bretten, Pfinztal-Berghausen und wieder Baden-Baden. Pensioniert 2012. Höhlenforscher und Höhlentaucher seit den 70er Jahren mit internationalen Expeditionen und Neuforschungen. Musiker in den Sparten Tanzmusik, Folklore, Rock, Jazz und Musik des Mittelalters und der Renaissance auf verschiedenen Instrumenten (Tasteninstrumente, quintgestimmte Zupfinstrumente, Schlagzeug, Pauken u.a.) Inhaber des wohl umfassendsten Ensembles zur Geschichte des Wagnerhandwerks im deutschsprachigen Raum.