Der Entsorgte Vater – EMMA und FjK

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Der Entsorgte Vater – EMMA und FjK

Danke, EMMA, für die Ehre der Publizität. Totschweigen wäre ja auch eine Lösung gewesen.

Das Jahr 2009 war nicht nur durch die Einführung des FamFG ein wichtiges Jahr in der Entwicklung des deutschen Familienrechts. Es war auch das Jahr, in dem am 11.06. der Film „Der Entsorgte Vater“ in die Kinos kam. Und dieser Film sollte zumindest die Einstellung eines Teils der Professionen verändern. Insgesamt hatte er einen wichtigen Anteil an der Veränderung von Einstellungen und Haltungen in der Gesellschaft, was erst später zum Tragen kam.

Mit dem Kinostart verbunden war eine Welle von Medienberichten in Zeitungen, Radio und TV.

Auch EMMA musste sich natürlich daran beteiligen.

Hier Kostproben in Auszügen:

Sept./Okt. 2009, EMMA

GESCHLECHTERKRIEG

Entsorgte Väter & besorgte Mütter

(Auszüge)

[…]

Franzjörg weiß, was Frauen wollen: „Sich selbst verwirklichen.“ Das jedenfalls ist die Erklärung des langhaarigen Realschullehrers dafür, warum ihn seine Frau mit den Kindern verließ, obwohl er die – zugegebenermaßen schwierige – Beziehung noch wollte.

[…]

Die einschlägigen Organisationen, in denen sich die Racheväter zusammenfinden, heißen pappa.com, ISUV oder Väteraufbruch. Auch Franzjörg Krieg, der Mann mit der Motorsäge, gehört dazu. Der graubärtige Zopfträger im schwarzen Leder-Sakko hat den Väteraufbruch Karlsruhe 2003 aus „ohnmächtiger Wut“ gegründet und verkündet auf der Homepage des Verbandes seine Ansichten zum Thema Gewalt gegen Frauen. Sexueller Missbrauch? Die „erste tödliche Trumpfkarte, die eine Mutter ungestraft auch ohne eine faktische Grundlage allein aus Kalkül oder Bosheit aus dem Ärmel ziehen konnte“. (Dabei wird dieser Vorwurf überhaupt nur in drei Prozent aller strittigen Umgangsrechts-Fälle erhoben.) Das Gewaltschutzgesetz? „Verfassungswidrig“ und ein „menschenrechtswidriges Instrument zur bedingungslosen Unterstützung von Frauen“.

Auch die Väter, die Filmemacher Wolfsperger porträtiert, stammen laut eigener Aussage „aus dem Umfeld von Franzjörg Krieg und dem Väteraufbruch“. Selbstverständlich hat der Väteraufbruch „Der entsorgte Vater“ als Aushängeschild auf seiner Startseite gepostet, was nicht weiter überrascht. Verblüffend ist hingegen, wie kritiklos die Medien die Mantras der entsorgten Väter schlucken. „Meist sind es die Mütter, die den Vater vom Kinde wegdrängen“, repetiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und weiß: Diese „Gehirnwäsche“ erfolgt „aus purem Egoismus“. Die Junge Freiheit fällt in die Väterklage über die „herzlosen, egozentrischen Frauen“ ein und selbst Eltern übernimmt Franzjörg Kriegs Vokabular von der „Mutter als Kinderbesitzerin“.

Der 3-seitige Artikel motivierte mich zu zwei Antworten.

 

Filmplakat

Filmplakat

 

Meine Antwort vom 27.08.2009 auf den EMMA-Artikel

 

Danke, EMMA, für die Ehre der Publizität.

Totschweigen wäre ja auch eine Lösung gewesen.

Wenn aber die taz und die Frankfurter Rundschau je drei volle Seiten beitragen und selbst Günter Jauch dem Film eine ganze Sendung bei STERN-TV widmet, muss EMMA wohl ihr Wissen beisteuern…

Gut, damit wird die Sache ja erst richtig griffig.

Mir sind zunächst die Namensnennungen aufgefallen. Fast alle Väter werden nur mit Vornamen genannt. OK. Douglas Wolfsperger als Regisseur natürlich mit voller Namensnennung. Ebenfalls OK. Wohl nach dem Prinzip „viel Feind, viel Ehr“ erhalte ich als Einziger unter den Protagonisten den Vorzug, ebenfalls – wie z.B. Prof. Gerhardt Amendt – mit vollem Namen genannt zu werden.

Dieser Vorzug wird der einzigen Protagonistin vorenthalten. Ihr Name wird gänzlich entfremdet. B.L., die Geigerin vom Karlsruher Staatstheater, war geradezu sendungsbewusst mitteilsam und erhielt deshalb breitesten Raum für ihre Selbstdarstellung. Ich bin wohl einer der sehr wenigen Menschen, die die volle Geschichte kennen, denn ich betreue seit Jahren den Vater ihres ersten Kindes.

Interessant ist ebenfalls, dass B.L. sich vertraglich versichern ließ, dass Douglas Wolfsperger keinen Kontakt zum Vater ihres Kindes aufnehmen darf, was er auch sorgfältig einhielt. Alle männlichen Protagonisten erteilten Douglas aber die Erlaubnis, sowohl mit allen betroffenen Müttern als auch mit dem einzigen erwachsenen Kind Kontakt aufzunehmen. Diese alle verweigerten die Mitarbeit.

So weit stimmt das durchgängige taktische Bild: Frauen wollen nur verkünden, wenn es keine Chance zur Relativierung gibt.

Der „unvermeidliche Gerhardt Amendt, Soziologie-Professor an der Universität Bremen, der seit Jahren kübelweise pseudowissenschaftlichen Feministinnenhass ausschüttet“ hat sich doch tatsächlich erkühnt, in der „Welt“ die Abschaffung der Frauenhäuser zu fordern und zu begründen. Was Frau Louis in ihrer unwissenschaftlich doktrinären, selektiven Sichtweise verschweigt, ist, dass über 50.000 Leser mit einer Quote von über 60% dieser Ansicht zustimmten. Bei einer politischen Wahlentscheidung würde das als ein Erdrutsch bezeichnet werden. Eben diesen Erdrutsch haben wir inzwischen im Bereich der familialen Intervention. Die herrschenden und von Ministerien unter Einsatz von Millionen von Steuergeldern gebutterten Frauen- und Mütterorganisationen spüren das, wollen es nicht wahr haben und wehren sich wie Frau Louis das in ihrem Artikel vorstellt.

Ich sage auch gerne eine Kleinigkeit mehr zu meiner Feststellung, dass sich die Mutter meiner Kinder „selbst verwirklichen“ wollte. Ich hatte Douglas schon die ganze Geschichte erzählt, hatte ihm aber nicht erlaubt, diese im Film zu verwenden. Es war der nötige Schutz, den ich meinen Töchtern zukommen lassen musste und wollte – und natürlich deren Mutter. Auch nach einer gescheiterten Beziehung – und selbst, wenn sich die Mutter absolut daneben benommen haben sollte und nun wirklich keine Schonung verdient hätte – gehört für mich zur Solidarität nach dieser Beziehung, dass die Medien eben nicht bedient werden und dass der Respekt eine Grenze definiert – für mich. Und das muss wohl auch die EMMA respektieren. Nehmen Sie meinen Satz also einfach als ziemlich exakte Analyse ernst. Und wenn sie zu „verwirklichen“ noch gerne ein Adverb hätten: nehmen Sie doch einfach „hemmungslos“ und vielleicht auch „rücksichtslos“. Das passt ganz gut. Besser als die Motorsäge als Charakteristikum für ein mühsam konstruiertes Feindbild.

Hätte die Schreiberin nicht nur selektiv wahrgenommen, sondern recherchiert, hätte sie feststellen können, dass ihre Äußerung, auch mir sei „das Mysterium Frau unergründlich“ und auch ich wolle alle Frauen „auf den Mond schießen“ eben nur ziemlich dämliche Rhetorik ist. Das Interview mit mir in Arne Hoffmanns Buch „Männerbeben“ trägt die Überschrift „Emanzipierte Frauen sind unsere Partnerinnen und Verbündete“.

Eine Frau wie die von Ihnen zitierte Dr. Anita Heiliger, die lange Jahre bequem von Steuergeldern gelebt hat, gehört allerdings nicht zu meinen Favoritinnen. Sie hat keinen Funken Positives an sich und spuckt so viel Gift und Galle, dass ihr selbst die meisten Frauen nicht mehr zuhören wollen. Und sie erkühnt sich als Nicht-Mutter, zu definieren, wie in Deutschland Familie zu funktionieren hat.

Frau Heiliger war auch beim Kongress der Frauenhäuser Anfang 2008 in Frankfurt. Dort fiel uns zum ersten Mal deutlich auf, dass wir so sehr gefürchtet werden, dass frau uns maßlos überhöhte. „Der VAfK mit seinem vielen Geld…“ durften wir vernehmen. Ich arbeite seit acht Jahren im Rahmen des VAfK und gebe dafür das aus, was ich als Lehrer verdiene. Ich bin nicht fett mit Steuergeldern geölt wie jede noch so kleine Frauen-für-Frauen-Initiative. Wenn wir dann so monströs bewertet werden, ist das Ausdruck der Angst, mit der bestimmte Frauen uns begegnen. Gut.

Und beim selben Kongress wurde auch der Film „In nomine patris“ gezeigt. Dort vorgestellt hatte ihn Dr. Susanne Heynen aus Karlsruhe. Sie war im Film auch der einzige weibliche Studiogast zum Plaudern. Ihre ideologische Extremposition war immerhin in Karlsruhe Grund genug, sie zur Chefin des Jugendamtes zu machen – nein, eben nicht des Mütteramtes. Nur, um klar zu machen, wie das in Deutschland funktioniert.

Vielleicht wollte arte das im März 2005 ausgestrahlte „In nomine patris“-Machwerk wieder dadurch wettmachen, dass sie den „Entsorgten Vater“ mit finanzierten?

Der Artikel in der EMMA benutzt das demagogische Mittel der Selektion.

Richtig: In „nur“ 3 Prozent aller Familienrechtsverfahren wird der Vorwurf des Sexuellen Missbrauchs erhoben. Und das sind über 2 % zu viel – in Realzahlen: Tausende jährlich.

Denn es wurde vergessen, aus derselben Studie zu zitieren, dass dieser erhobene Vorwurf in über 80% aller Fälle erstunken und erlogen ist.

In diesem Fall sieht unser Strafrecht nach § 164 II StGB eine Verurteilung der den Verdacht vorbringenden Person vor. Wenn es darum geht, eine Mutter von einer möglichen Bedrohung durch eine Verantwortungsübernahme im Sinne des § 164 II StGB zu bewahren, werden regelmäßig Begründungen getextet, die eine Abweisung des Strafantrages durch die Staatsanwaltschaft zwingend erscheinen lassen – auch wenn beweisbar ist, dass der Vorwurf der Mutter böswillig und grundlos formuliert wurde.

Ich habe die Gegenprobe gemacht. Als ein Trennungsvater mit gutem Grund gegen den neuen Partner der die eheliche Solidarität brechenden Mutter den Vorwurf des Sexuellen Missbrauchs zu Lasten seines Sohnes erhob, hat eine Amtsrichterin hier aus dem Raum Karlsruhe den Trennungsvater nach § 164 II StGB in einem Strafbefehl dazu verdonnert, 1000 Euro zahlen zu müssen. Ich habe der allgemein als vorbildlich bekannten Richterin die Diskriminierung von Vätern nachgewiesen, was immerhin so schlüssig war, dass sie den Strafbefehl zurückzog. Es wundert nicht mehr, dass sie danach ans Bundesverfassungsgericht berufen wurde.

Auch ein solches Faktum sollte EMMA zur Kenntnis nehmen können.

Ob es nun eine Lida Bach vom Weltexpress, eine Martina Knoben von der SZ oder eine Chantal Louis von der EMMA ist, das Prinzip ist immer das gleiche: Zuerst wird der ideologische Gegner ausgemacht. Dann gibt es nur noch eine Konsequenz: Was kann ich an feministischer Rhetorik bemühen, um aus ein paar Fetzen Sprache und den wenigen Bildern, die ich als Ausgangsmaterial habe, eine Person möglichst pauschal auf der menschlichen Ebene demontieren zu können. Und mit wie viel weiblicher Logik kann ich – feministisch stromlinienförmig ausformuliert – eine Sache prinzipiell niederschwatzen.

Etwas mehr Format möchte ich denjenigen, die sich zu meinen Gegnerinnen stilisieren, eigentlich gerne gönnen.

Bei den Anlässen quer durch die BRD, in denen ich die Gelegenheit habe, mit dem Kinopublikum im Anschluss an entsprechend beworbene Aufführungen des Filmes zu diskutieren, kommen ganz andere Realitäten zum Vorschein. Die Emma-Welt spielt da keine Rolle. Es ist eher klar, dass das kämpferische feministische Konzept zum Randphänomen wird und eine sich trotzig zu Wort meldende Mitarbeiterin irgendeiner Frauen-für-Frauen-Steuergeldabschöpferinnenvereinigung isoliert sich entweder schnell selbst oder beginnt endlich wirklich, sich offen auf der sachlichen Problemebene zu bewegen.

Die Frauen selbst sind es, die massenweise mit dem ideologischen Feind nicht mehr den Geschlechterkrieg in den Betten führen wollen. Ganz unfeministisch leben und lieben sie Lebensfreude mit dem angeblichen Klassenfeind und wissen längst, dass die Probleme gemeinsame sind und auch nur gemeinsam gelöst werden können.

Das Problem der EMMA ist, dass sie sich gegen den Erfolg der Emanzipationsbewegung der Männer pauschal wehrt.

Natürlich, das ist Teil der Regeln des Spiels, in dem eine EMMA sich noch als Redaktion halten kann.

Was Frauen selbstverständlich zusteht, ist eine Frechheit, wenn sich Männer erkühnen, dasselbe für sich in Anspruch zu nehmen und wenn sie sich erdreisten, das selektiv sexistisch konzipierte Antidiskriminierungsgesetz grundsätzlich ernst zu nehmen.

Wenn ich aber feststelle, dass die Emanzipation der Frauen wichtig und richtig war, warum kann EMMA nicht einfach zulassen, dass Männer gute Gründe haben, sich auf diese Weise wie heute überall zu lesen, selbst zu definieren, anstatt das, was sie von sich zu halten haben, sich von feministischen Vordenkerinnen vorformulieren zu lassen?

Es würde doch genügen, wenn Sie protestieren, falls ich fordern sollte, dass in Zukunft die Kinder nach Trennung und Scheidung im Gegenzug zu heute zu 90% den Vätern zugesprochen werden. Warum? Weil Mädchen die Gewinnerinnen unseres Schulsystems sind und deshalb die besten Voraussetzungen mitbringen, in Zukunft die besseren und effektiveren Unterhaltsverpflichteten zu sein.

Vielleicht wäre das ein bisschen übertrieben und ich würde sicher verstehen, wenn Sie dann protestieren. So wie auch ich protestiere, wenn ganze Bereiche der familialen Intervention unser Rechtssystem außer Kraft setzen. Gut, mein Grund wiegt ungleich schwerer, aber diese Disbalance würde ich gerne zulassen.

Die „Randgruppe“ der „hoch betroffenen“ Trennungsväter ist inzwischen verdammt hoch. Ich schätze sie realistisch auf über zwei Millionen mit ebenso vielen – meist ebenfalls hoch belasteten – Kindern. In der Schule sitzen diese täglich vor mir. Wenn der Artikel schon am Schluss die Kinder bemüht, möchte ich ebenfalls bescheiden darauf hinweisen.

Die immer wieder in Talkrunden von feministischen Akademikerinnen deklarierten „Einzelfälle“ sind inzwischen ein Massenphänomen. Und Sie, EMMA, könnten sich seriös damit auseinander setzen. Wenn das aber so geschieht, wie im Artikel gezeigt, wird die Realität jede doktrinäre ideologische Sichtweise ab absurdum führen.

Und um die schwarz-weiße Emma-Welt etwas ins Wanken zu bringen, genügt ein Blick in die Seiten von amazon.de: Meinen Verriss des von Ihnen zitierten Buches von Anita Heiliger bewertete die Geigerin aus dem Film mit: „Dieser Rezension ist nichts hinzuzufügen. Ich kann mich den Ausführungen von Herrn Krieg nur voll und ganz anschließen.“

Und seien Sie versichert, hätte B.L. ein einziges Mal den Mut gehabt, zu einer Aufführung zu kommen, ich hätte mich demonstrativ neben Sie gestellt und wäre Garant einer fairen und respektvollen Auseinandersetzung gewesen.

Und noch eine Verunsicherung der klar in Freundinnen und Feinde geordneten Emma-Welt:

Bis zum 22. August 2007 hatte ich allein in Karlsruhe in 2007 insgesamt 86 Neufälle in der persönlichen Beratung mit einem Anteil von 7 Frauen (8%), bis zum 22. August 2008 waren es in 2008 insgesamt 82 Neufälle mit einem Anteil von 11 Frauen (rund 13%) und bis zum 22. August dieses Jahres hatte ich 103 Neufälle mit einem Anteil von 19 Frauen (rund 19%).

Eines ist sicher, die Realität in den deutschen Familiengerichten hat sich nicht so dramatisch verändert, dass eine explosive Zunahme von Frauen als Beratungsfälle beim „Väteraufbruch für Kinder“ allein dadurch erklärbar wäre. Und bei der Charakterisierung, die mir EMMA andichtet, wage ich im Traum nicht daran zu glauben, dass sich meine Qualitäten als Frauenversteher rumgesprochen haben könnten. Es bleibt eigentlich nur noch, dass der Emma-Welt die Klientel ins feindliche Lager davon läuft.

Aber vielleicht sparen wir uns einfach in Zukunft den sicher auch vergnüglichen Schlagabtausch und gehen gemeinsam an die Arbeit.

Ich stehe zur Verfügung, meine Damen.

 

Meine Ergänzung vom 10.09.2009

„Abservierte Patriarchen“ und „gewaltbereite Kinderbesitzerinnen“

 

Am Ende meiner neuesten Forschungstour ins größte Rückzugsgebiet anatolischer Nomaden habe ich mir den Übergang in den alltäglichen Berufs- und Ehrenamtsstress beim obligatorischen Abschlusstag am Hotelpool mit einer zweiten Entgegnung auf den anregenden Aufsatz in der (noch) aktuellen EMMA garniert.

Wie uns die Ausführungen von Frau Louis lehren, ist ein Aufsatz eines Mannes (Matthias Matussek), der sich kritisch mit bestimmten Verhaltenseigenschaften von zu vielen Frauen beschäftigt, ein „Pamphlet“ und ein solcher Aufsatz einer Frau (Dr. Karin Jäckel) immer noch ein „Werk“. OK – wenn aber meine Antwort auf Frau Louis per se ein Pamphlet sein muss – nur weil ich ein Mann bin, dann darf die verbale Materialisierung feministisch sexistischer Sichtweise sicher auch ein Pamphlet sein – auch wenn Chantal Louis eine Frau ist. Soviel Geschlechterdemokratie beanspruche ich einfach – ganz unfeministisch.

Sprache enttarnt, wie wir auch weiter sehen werden. Wer allzu unbekümmert drauflos plappert, dem purzelt die verräterische Semantik aus allen Schwachstellen in den Nähten.

Was ist der Unterschied zwischen Vätern und Müttern – laut EMMA? Väter sind ent-sorgt und Mütter sind be-sorgt. Ist dieser Zusammenhang prinzipieller oder kausaler Natur? Aus dem Kontext ergibt sich nach dreieinhalb Seiten Text nur, dass zumindest die EMMA besorgt ist über den Erfolg, den entsorgte Väter inzwischen haben. Und wer ist EMMA? Frau Schwarzer, Frau Louis, Frau Heiliger? Sicher ist wohl, dass die meisten keine Mütter sind.
So stellen sich überwiegend Nicht-Mütter in die erste Reihe als Vordenkerinnen für die Angelegenheiten der Mütter. Und wie in den 60ern, als Studenten sich zu den Vordenkern der Arbeiterklasse definierten und das Gros der Arbeiter nur den Kopf darüber schüttelte und den protestierenden Nicht-Arbeitern eher ablehnend gegenüber stand, ist das, was heute akademische und auch unwissenschaftlichere Nicht-Mütter gesellschaftspolitisch für Mütter, für Familie, für Frauen allgemein und für Männer im Besonderen vordenken, inzwischen eine ziemlich isolierte Meinungsäußerung, die mit den realen gesellschaftlichen Vorgängen nur noch wenig zu tun hat. Das Internet ist beredter Ausdruck hinter dieser Einsicht.

Und noch ein wesentliches Charakteristikum, zumindest für Mütter und für die Situation von Vätern ent-deckt die EMMA in der Subline: Mütter sind empört über Umgang, genauer, über die Stärkung des Umgangsrechtes.

Damit sind die prinzipiellen Fronten klar:
Die kinderbesitzenden Mütter, die ja nicht nur Kinder als Pfand für Alimentierung benutzen, sondern auch als staatlich garantierte Versicherung, immer diejenigen gewesen zu sein, die unangefochten im Recht waren und in jedem Streit, in dem es um eben diese Kinder geht, auch immer im Recht sind und sein werden, diese Mütter verteidigen ihren feudalen Besitzanspruch gegen jeden drohenden Angriff. Und dieser kommt natürlich zunächst von der Person, die laut Grundgesetz eigentlich den selben Rechtsstatus hat wie sie, dem Vater. Und er kommt natürlich vom Gesetz selbst. Aber dagegen hat die Feminisierung der Gesellschaft inzwischen eine Fülle von Mechanismen geschaffen, die das Grundgesetz und die Menschenrechte zur Deckung von Täterinnenschaft aushebeln.

Über die zitierte Edith Schwab wird geschrieben, dass sie Rechtsanwältin und VAMV-Vorsitzende sei. Dazu gibt es wohl noch einiges Erhellende mehr zu sagen. Zunächst ist sie Fachanwältin für Familienrecht und als solche wie einige andere Kolleginnen gesellschaftspolitisch aktiv. Es gibt kaum eine Partei, die nicht „ihre“ Fachanwältinnen für Familienrecht im Bundestag und auch in den entsprechenden Fachausschüssen wie „Recht“ und „Familie“ hätte. Interessant ist, was diese prominenten Fachanwältinnen in den jeweiligen Einzelfällen in Schriftsätzen an die Gerichte texten. „Umgangsaussetzung zum Wohle des Kindes“ bei einem völlig unauffälligen Vater ist für solche parteiischen Repräsentantinnen unseres Rechtsstaates auch diametral gegen jeden Tenor familialer Gesetzgebung nur eine der gelieferten Waffenarsenale in ein hochbrisantes Krisengebiet.
Schwabs Lieblingsvokabel ist „Einelternfamilie“, ein Paradoxon an sich. Und sie propagiert das Alleinige Sorgerecht für alleinerziehende Mütter, denn die wenigen alleinerziehenden Väter, durch das letzte V in der Abkürzung repräsentiert, spielen eine Randrolle.
So extremistisch diese Sichtweise auch ist, sie wird durch das Bundesministerium für alles außer Männer (BMaaM – korrekte Wiedergabe: Familie, Senioren, Frauen und Jugend) vertrieben.
Und Frau Schwab ist die europäische Vertreterin der Alleinerziehendenverbände. Ob Frau Schwab an ihrer Position wohl verzweifelt, wenn einmal die Hälfte der alleinerziehenden Unterhaltsberechtigten Väter sein werden? Und ob sie dann für die EMMA noch relevant wäre?

Wenn im Artikel so getan wird, als würden allein entsorgte Väter in ihrer patriarchalen Gekränktheit das Gewaltschutzgesetz als verfassungswidrig bezeichnen, so kann auch eine feministische Schreiberin – sollte sie sorgfältig recherchieren – im Protokoll zur Anhörung vor den Bundestagsausschüssen zum Gewaltschutzgesetz vom 20.06.2001 nachlesen, dass verschiedene Sachverständige folgende Feststellungen getroffen haben:

Das geplante Gewaltschutzgesetz sei „rechtssystematisch sicherlich sehr gewagt“, eine „Erstschlagwaffe“, „verfassungsrechtlich äußerst bedenklich“ und  „durch und durch gekennzeichnet von destruktiven Lösungen“. Es bestände die „Gefahr des Missbrauchs mit dem Gewaltschutzgesetz“ und es sei „eine Einladung zur gefälligen missbräuchlichen Verwendung.“

Wen wundert, dass es genau das ist, was schon vorher für Sachverständige klar war?

Und ich wage festzustellen, dass das Gewaltschutzgesetz nicht TROTZDEM eingeführt wurde, sondern gerade WEIL es eben generell diese Möglichkeiten der grundgesetz- und menschenrechtswidrigen Mechanismen gegen Männer und Väter bietet. Und leider waren und sind die Machtkonstellationen in unserer Gesellschaft immer noch so, dass eine solche feministische Anpassung, die eher totalitären Strukturen entspricht, möglich war.

Männer und Väter beschweren sich inzwischen längst nicht nur über das jeweils isolierte Unrecht gegen sich, sondern haben die gesellschaftspolitischen Dimensionen dieser offenbarenden Schande eines demokratischen Rechtsstaates erkannt. Meine Arbeit entbehrt jeder andiktierten „Larmoyanz“. Mein Tenor ist auch nicht „klagend“. Ich gehe gegen Unrechtsstrukturen in der familialen Rechtspraxis vor und kritisiere Charakteristika einer feministisch überformten Gesellschaft, deren Protagonistinnen in ideologisch prädisponierter Manier aus Bereichen eines Rechtsstaates inzwischen eine Bananenrepublik de-generierten.

Wie ich von Frau Louis in einen Topf mit wem auch immer geworfen werde, wie sie mir Eigenschaften und Verhaltensweisen andichtet, habe ich schon im ersten Teil meiner Entgegnung erläutert.
Dieser zweite Teil gibt noch mehr Gelegenheit, auf den Ursprungstext näher einzugehen.
Wenn z.B. Aufklärung angemahnt wird, warum meine Tochter sich mir vorenthält, kann ich versichern, dass sie selbst mir gegenüber in 13 Jahren noch keine Erklärung formuliert hat. Das ist typisch für hochgradig geschädigte Kinder. Es gibt aber über sie ein psychiatrisches Gutachten – von der Mutter aus finanziellen Gründen initiiert – das nach mehreren Jahren Vaterlosigkeit ein katastrophales Bild zeichnet.
Dieses Bild ist identisch mit psychogenen Krankheitsbildern, die vaterlos aufgewachsene Mädchen im Spannungsfeld der Eltern unter einer dominanten und sich sadistisch gebärdenden Mutter auffallend häufig zeigen. Der Fachausdruck heißt PAS – Parental Alienation Syndrom, das Eltern-Kind-Entfremdungs-Synrom. Es gilt als Bezeichnung für einen pathologischen psychischen Zustand, in dem sich viele Kinder nach Trennung und Scheidung befinden. Und es wird natürlich von der Mütterlobby, von den Frauenverbänden und von deren aus Steuergeldern finanziertem Unterstützerkreis als „Syndrom-Syndrom“ (Zitat Prof. Salgo) negiert.

Warum definiert Frau Louis die Motorsäge zu meinem „Lieblingsspielzeug?“ Die Tatsache, dass Douglas seine Protagonisten in ihrem außerberuflichen Umfeld portraitierte und ich zur Zeit der Filmaufnahmen im Rahmen von Arbeiten für mein Wagnerei-Museum Bäume zu fällen hatte, reicht faktisch nicht für eine solche Mutmaßung, die kühn zur Feststellung erhoben wird. Vielleicht ist Frau Louis’ Lieblingsspielzeug der ergonomisch raffiniert geformte Deo-Stick und ich könnte als Assoziation einen Privatkanal nennen. Aber ich werde mich jeder herbeigezerrten Mutmaßung enthalten und mich davor bewahren, diese auch noch zum Tatsachenreport erheben zu wollen.

Im Artikel wird mir als Bildzusatz das Zitat angedichtet: „Missbrauch ist eine Trumpfkarte, die Mütter aus Bosheit aus der Tasche ziehen.“ Und jeder relativierende Zusatz, wie z.B. ein „können“ am Satzende wird ausgeblendet. Das gehört zum demagogischen sprachlichen Arsenal, mit dem EMMA arbeitet.

Die Recherche zum Artikel ergab, dass ich den Väteraufbruch Karlsruhe 2003 gegründet hätte. Auf unserer Homepage steht an vielen Stellen, dass die Gründung im Oktober 2001 erfolgte. Schlamperei? Auf jeden Fall einer der vielen Mosaiksteine in einer wenig sorgfältigen gesellschaftspolitischen Äußerung. Und dann heißen wir nicht „Väteraufbruch“, sondern „Väteraufbruch FÜR KINDER“, ein Suffix, das gerade von doktrinären Frauen- und Mütterverbänden konsequent übersehen wird. Aber gerade solche selektiven Wahrnehmungen enttarnen.
Wir haben zwar erkannt, dass wir Väter endlich auch aufbrechen müssen, um unseren Beitrag zur Veränderung gesellschaftspolitischer Abläufe im familialen Kontext zu leisten. Wir machen das aber nicht in erster Linie für uns, sondern für unsere Kinder. Und wenn sich die Mütterverbände ebenfalls an den Bedürfnissen der Kinder orientieren würden, gäbe es keine egoistische Forderung nach dem pauschalen Alleinigen Sorgerecht. Ich definiere Sorgerecht nicht als ein Recht, das zwischen zwei Erwachsenen eifersüchtig umkämpft ist, sondern als ein natürliches Recht jedes Kindes auf Umsorgtwerden durch seine beiden Eltern. Und genau so ist das auch auf der Homepage des „Väteraufbruch FÜR KINDER Karlsruhe“ nachzulesen.

Für die EMMA ist die Väterbewegung eine „sogenannte“. Das war die Frauenbewegung auch einmal – als sie noch nicht mehrheitlich von den Steuergeldern der Männer lebte. Wenn frau sich an Alimentation – von wem auch immer – gewöhnt hat, werden viele ignorant und vergessen leicht die eigenen Wurzeln.
Dafür haben wir den Charme der urdemokratischen Bewegung, der der Frauenbewegung schon längst verloren gegangen ist. Heute fürchten sie nur noch um den Erhalt möglichst unkritischer Alimentierung durch uns alle. Und ich denke, sie fürchten zu Recht.

Zahlenspiele sind ein Steckenpferd der Frauenförderbewegten. „Jeder dritte Vater zahlt laut Bundesfamilienministerium (gemeint ist das für alle außer Männer) keinen Unterhalt“. Ich erinnere mich an eine Aussage von Lore Maria Peschel-Gutzeit in der Maischberger-Sendung vom 06.12.2005: „Neun von zehn Männern zahlen nicht“.
In der Ausgabe „Kinderschutz Aktuell“ 3/03, der Publikation des deutschen Kinderschutzbundes, Seite 19, liest sich das so:
„93,5 Prozent der Väter, die sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, gaben an, Kindesunterhalt zu leisten – und immerhin 86,7 Prozent der Mütter bestätigten das.“
Weiter heißt es dort:
„Sind Mütter unterhaltspflichtig, dann ist es, so belegen die Zahlen der Proksch-Studie, mit ihrer Zahlungsmoral nicht allzu weit her: 57 % der unterhaltspflichtigen Mütter mit gemeinsamem Sorgerecht und 65 % der unterhaltspflichtigen Mütter, bei denen der Vater das alleinige Sorgerecht hat, gaben an, gegenwärtig keinen Kindesunterhalt zu leisten.“

Trotz dieser klaren Zahlen hält sich die Mär vom unterhaltsverweigernden Vater hartnäckig und EMMA schürt dabei kräftig mit.

Welcher Aussage von Politikerinnen und dem BMaaM darf nun der dies alles finanzierende Steuerzahler glauben?

Wenn so leichtfertig mit Zahlen jongliert wird, allein, um feministische Ideologie zu untermauern, sollten wir alle diesen zu leicht zu durchschauenden Unsinn endlich ignorieren und vor allem: nicht mehr finanzieren.
Wir brauchen Untersuchungen, die frei sind von Steuerung durch Interessenverbände, d.h., in deren Vorfeld alle Interessenverbände an einem Tisch sitzen. Und wir brauchen Entscheidungsträger, die frei von Ideologie über die Vergabe von Forschungsaufträgen und Studien entscheiden.

Wenn es ein unleugbares Faktum ist, dass Männer im Schnitt etwa 6-7 Jahre früher sterben als Frauen, warum gibt es dann allein einen Frauengesundheitsbericht und Maßnahmen wie z.B. flächendeckende Mammographien und warum gibt es noch nicht einmal den Ansatz seriöser Forschung auf Männerseite zu diesem gesamtgesellschaftlichen Problem? Warum prophezeihen Feministinnen mit populistischen und pseudowissenschaftlichen Erklärungen die Ergebnisse von Untersuchungen, die mit System verhindert werden? Sollen Frauen uns Männer mindestens 10 Jahre überleben, weil unser erwirtschaftetes Geld dann auch besser ausgegeben werden könnte?

Warum gibt es zwar einen umfassenden Bericht zur Gewalt gegen Frauen, aus dem immer wieder abenteuerliche Zahlen verallgemeinert werden, aber keinen solchen zur Gewalt gegen Männer? Vielleicht weil eine Pilotstudie erbrachte, dass auch jeder vierte Mann schon einmal Gewalt durch seine Partnerin erfahren hat?
Es wird mit System verhindert, dass der Aussage „Jede vierte Frau….“ die gesicherte Erkenntnis entgegen gesetzt werden kann: „Jeder vierte Mann erfährt in unserer Gesellschaft Gewalt durch Frauen“. Und so formuliert hat es dann denselben abenteuerlichen Hintergrund wie das von der feministischen Interessenlobby als dogmatisches Mantra verkündeten Erkenntnis.

Der Steuerzahler hat schon längst erkannt, was über das BMaaM mit unseren Steuergeldern an unwissenschaftlichem Unfug und ideologisch totalistischer Steuerung getrieben wird. Es ist ein Baustein der allgemeinen Verdrossenheit Politik und PolitikerInnen gegenüber.

„Dass der Umgang mit seiner Tochter nur bis auf weiteres und keinesfalls ‚endgültig’ ausgesetzt ist, wird der Regisseur bei der Premiere auf eine kritische Nachfrage hin zugeben müssen.“
Angenommen, wir nehmen einer prominenten Mutter die Tochter weg, sprechen diese per Gericht dem Vater zu und empfehlen der Mutter, für ihre Tochter eine Abschiedsveranstaltung zu inszenieren, weil der Vater eine neue Mutter zur Verfügung hat – es wäre interessant, was die Mutter dazu zu sagen hätte. Und was natürlich die EMMA dazu texten würde.
Wenn wir uns aber danach auch noch die Arroganz erlauben würden, festzustellen: Was die bloß hat, der Umgang wurde doch nicht endgültig, sondern nur bis auf weiteres ausgesetzt – den Aufschrei der Empörung kann ich mir gut vorstellen. Und er wäre auch berechtigt.

Frau Louis bemüht viele Klischees der Mütterlobby: Z.B. das von den Kindern, die verstört vom Umgang („Freigang“) beim Vater zur Mutter zurück kehren. Meine Fallsammlung mit rund 1500 Fällen von entsorgten Vätern, der umfangreichsten zum Thema, zeigt anschaulich, wie das funktioniert.
Kinder erleben nach Trennung oder Scheidung ihrer Eltern in deren Spannungsfeld immer zwei Wahrheiten. Eine bei der Mutter, in sich geschlossen und stimmig und eine beim Vater, ebenfalls in sich geschlossen und stimmig. Nur – beide Wahrheiten schließen sich gegenseitig aus. Diese allein emotional wirksame paradoxe Realität überfordert Kinder immer.
Das Kind, das vom Vater zurück kommt und eben nicht erzählen kann, wie gut es ihm dort gefallen hat und welche schönen Sachen es mit dem Vater gemacht und erlebt hat, weil es schon zu oft – meist nur nonverbal – von der Mutter deren Ablehnung erfahren hat, muss sich bei der Mutter von einer Sekunde auf die andere umstellen und ein Souverän bedienen, von dem es existenziell psychisch abhängig ist. Verstörung ist ein sehr natürliches Ventil für diese unmenschliche Zumutung.

In unzähligen Fällen erleben wir, dass Väter bei der Abholung des Kindes bei der Mutter ein Kind erleben, das im Blickfeld der Mutter diese durch Verweigerung oder Zögerlichkeit bedient, sich an diese klammert oder einfach nur sprachlos ist. Kaum um die nächste Straßenecke, wird dieses selbe Kind schlagartig gesprächig und munter und genießt die Zeit mit dem Vater, um bei der Rückgabe wieder auf einen Schlag die Kinderbesitzerin zu bedienen.

Ein Jugendamtsachbearbeiter ließ sich einmal auf das Experiment ein, meine Tochter im Abstand von nur zwei Tagen zuerst bei mir in meiner Wohnung und in meinem Beisein zu hören und danach bei der Mutter: Er hatte offenbar zwei völlig verschiedene Kinder mit verschiedenen Haltungen vor sich.

Die Mütterlobby stülpt diesem inzwischen breit in der Gesellschaft wirkenden Faktum die Mär vom immer übergriffigen und gewalttätigen Vater und der immer guten Mutter über. Damit wird ausgrenzendes Kinderbesitzerinnenverhalten zum legitimen Recht jeder Mutter und jeder Anspruch eines Vaters auf schlichte Beachtung seiner grundlegenden Menschenrechte als Vater wird zur Anmaßung eines Kriminellen.

Wir sind erst dabei, langsam zu begreifen, mit welchen Hypotheken wir damit unsere Kinder und deren Zukunft belasten und welchen unglaublichen volkswirtschaftlichen Schaden wir aus kritikloser Bedienung von feministischen Partikularinteressen anrichten.

Wolfsperger verkürzt die durch die Rolle der im Film mitwirkenden Mutter geäußerte Beurteilung des Vaters?
Douglas hat der Mutter alle Chancen gegeben, wirklich gut aussehen und wirken zu können. Sie hat es aber vermasselt. Nicht nur durch ihr Kinderbesitzerinnenverhalten in Reinkultur, nicht nur durch ihren Anspruch, ihre beiden Kinder als ihr ureigenes Ding darzustellen, auf dem sie ihr Selbstverständnis als Frau und Mutter gründet und wo sie sich nicht reinreden lässt – und schon gar nicht durch einen nur Erzeuger. Nein, in vielen Äußerungen zementiert sie eben diese Haltung und rundet das Bild sehr stimmig ab. Die letzte Einstellung mit ihr, IHR zweites Kind stillend im Arm, mit Douglas auf der Blumenwiese, ist entlarvend. Und der Abschluss ist kein Wort, sondern nur ein Blick auf die Feststellung von Douglas, dass er sich eben nicht nur als Erzeuger fühlt. Dieser Blick gießt ihre Darstellung in die klare Form, die absolut keiner Verkürzung mehr bedarf, um griffig zu sein.

Hat Frau Louis den Film überhaupt gesehen? Ein Kind des Polizeibeamten sah nun wirklich nicht wie ein Mädchen aus. Wenn Frau Louis trotzdem von zwei Töchtern spricht, reiht sich dies ein in die lange Reihe von Fehlleistungen, die dem Artikel bei genauer Betrachtung den Wert beimessen, der ihm gebührt.

Dass sich das Standard-Dilemma mit dem Konditional-dass und dem Relativ-das auch in den Artikel eingeschlichen hat, ist bei aller Sorgfalt, mit der eine Zeitschrift dieses Anspruchs und dieses Preises gemacht werden sollte, nur ein weiteres Indiz.

Und wenn wir die EMMA weiter an diesem Standard messen, ist fraglich, wie lange noch jemand am Kiosk die sieben Euro dafür ausgeben wird.

Und wieder fordere ich am Schluss dazu auf, mit dem zwar vergnüglichen, aber unproduktiven Abtausch von Schlägen ein Ende zu machen. Dieses Ende findet seinen Sinn aber nicht in einem einfachen STOP. Es gibt große gesellschaftspolitische Herausforderungen, die wir nur zusammen angehen können, Frauen und Männer (in dieser Reihenfolge, wenn auch z.B. die EMMA die Höflichkeit zeigen könnte, Männer zuerst zu nennen..).

Ich stehe dazu immer zur Verfügung

 

 

Als Sohn des letzten Wagnermeisters im deutschen Südwesten 1948 geboren. Abitur nach 2 Kurzschuljahren 1966 - und damit mit dem Vorteil versehen, als geborener Handwerker und Bauer den Weg zu den Qualifikationen eines Akademikers beschritten zu haben. Studium an der PH Karlsruhe bis zum Realschullehrer mit Hauptfach Musik. Lehrer an den Realschulen in Rastatt, Baden-Baden, Karlsruhe-Durlach, Bretten, Pfinztal-Berghausen und wieder Baden-Baden. Pensioniert 2012. Höhlenforscher und Höhlentaucher seit den 70er Jahren mit internationalen Expeditionen und Neuforschungen. Musiker in den Sparten Tanzmusik, Folklore, Rock, Jazz und Musik des Mittelalters und der Renaissance auf verschiedenen Instrumenten (Tasteninstrumente, quintgestimmte Zupfinstrumente, Schlagzeug, Pauken u.a.) Inhaber des wohl umfassendsten Ensembles zur Geschichte des Wagnerhandwerks im deutschsprachigen Raum.